Moers: "Hickhack" dokumentiert
VON TOBIAS SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Moers (RPO). Ein Team von jungen Moersern aus dem Jugendzentrum Zoff, hat zusammen mit Projektleiter Said Boluri einen Dokumentarfilm über Jugendliche und ihre Sorgen und Perspektiven produziert.
"Hömma, Du mit deinem Handy, hast Du auch was zu sagen?", witzelt der Interviewer seinem betont geschäftig wirkenden Gegenüber entgegen. "Ey, kein' Bock Ilidon, wa", kommt die Antwort des Befragten zurück. Ilidon Bala (17) und sein Kameramann haben diese Szene für den Film "Jugend in Moers" am Königlichen Hof aufgefangen. Hinter dem Filmprojekt steht das Moerser Jugendzentrum Zoff, gegenüber vom Hermann-Gmeiner-Berufskolleg. Said Boluri ist der Projektleiter des Medienspektakels. Der Film zeige nicht nur Jugendliche, die in Moers leben, arbeiten und zur Schule gehen, sondern vor allem wolle der Film "Zukunft und Perspektiven" der Jugendlichen ansprechen, so Boluri. Über steigenden Druck im Schulalltag und die Wege, die Schüler einschlagen müssen wenn es in der Schule mal nicht so läuft - es sind die alltäglichen Probleme von denen der rund 20-minütige Dokumentarfilm berichtet.
Neue Erfahrungen gemacht
Einer der Teilnehmer, Burak Erol (18), freut sich über den Einblick in die journalistische Arbeit. "Die Idee entstand im Gespräch mit Freunden und den Mitarbeitern des Jugendzentrums Zoff. Wir wollten zeigen was die Jugend macht, wo sie ihre Freizeit verbringt und wie die Situation in den Moerser Schulen ist", sagt Burak. Einen speziellen Hinweis will der Film vor allem zum "Parteienhickhack" und den Kampf um das Jugendzentrum Dorfschule geben. Mit ihren Kameras entern die jungen Filmemacher also nicht nur die Sport- und Freizeitplätze, sondern lassen auch Vertreter der Awo und Reinhard Rosemann, den pensionierten Jugendamtsleiter, zu Wort kommen. Sicherlich ist die Interviewtechnik noch nicht auf Tagesthemen-Niveau, wer aber nur Klamauk in der Größenordnung der Einstiegsszene erwartet, der wird enttäuscht.
Der Inhalt ist erstaunlich ernst, die Jugendlichen vor und hinter der Kamera mit ehrlichem Interesse dabei. Ilidon freut sich über die neue Erfahrung, die er gemacht hat. "Wir haben viele Termine gemacht, mussten sehr viel üben, um auch sicher die Interviews zu führen". erzählt er. Die größte Herausforderung für die jugendlichen Filmemacher beschreibt Burak: "Den Leuten gegenüber zu stehen, die richtigen Fragen zu formulieren und hoffen, dass man auch tatsächlich eine Antwort drauf bekommt". Die haben sie bekommen, und es soll noch weitere Moerser-Jugend-Dokumentarfilme geben. Boluri: "Der zweite Film, Jugend und Armut, wird zurzeit entwickelt und soll im Herbst fertig sein". Man darf gespannt sein auf die Produktion vom Jugendfilmteam.
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