Moers: Hochspannung im Knast
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010Moers (RPO). Sonntag sendet "Das Erste" die Münsteraner Tatort-Folge "Der Fluch der Mumie" mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers als Darsteller. Teile des Krimis wurden im Sommer 2009 im leerstehenden Hafthaus an der Haagstraße gedreht.
Um den Mord an einem "Schließer" in einer Justizvollzugsanstalt und um die Entdeckung einer 2000 Jahre alten Mumie geht es morgen, wenn Kommissar Frank Thiel von der Kripo Münster und der Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne als beliebtes Duo auf Verbrecherjagd gehen. Mit von der Partie ist selbstverständlich auch "Alberich", die kleinwüchsige Assistentin des Pathologen.
45-köpfiges Filmteam in der Stadt
Sämtliche Szenen, die im Knast spielen, wurden im leerstehenden Hafthaus an der Haagstraße in der Moerser Altstadt gedreht. Das 45-köpfige Filmteam hatte im Juli vorigen Jahres für einiges Aufsehen in der Moerser Innenstadt gesorgt. Auf der Haagstraße war für einige Tage ein Halteverbot eingerichtet worden, damit der Tross mit der Ausrüstung des Teams der Kölner Produktionsfirma "Colonia Media GmbH" ausreichend Platz hatte – unter anderem für mehrere Lastwagen mit Kameras, Scheinwerfern, Kabeln und Stativen, einen Lastwagen mit einem riesigen Stromgenerator, eine rollende Imbissbude sowie für eine "mobile Maske".
Erfolgreiches Team
Das Drehbuch zu "Der Fluch der Mumie" stammt von dem Autorenteam Stefan Cantz und Jan Hinter, die bereits zahlreiche Fälle für Kommissar Thiel und Professor Boerne ("Tatort – Krumme Hunde", "Tatort – Ruhe sanft") geschrieben haben. Die Regie führt Kaspar Heidelbach ("Tatort – Der Frauenflüsterer", "Der Untergang der Pamir"). Weitere Hauptfiguren: Wilhelmine Klemm (Staatsanwältin) und Claus D. Clausnitzer (Herbert Thiel, Frank Thiels Vater).
Sendetermin: Sonntag, 16. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste.
Der Krimi spielt wie immer in Münster, gedreht wurde an insgesamt 22 Tagen im Münsteraner Hafen, aber auch in Köln und Bonn. Ein Drehtag kostete laut Produktionsfirma zwischen 30 000 und 40 000 Euro. Die "Moerser Sequenz" wird bei der Ausstrahlung der 17. Tatort-Folge aus Münster am morgigen Sonntag genau elf Minuten und 40 Sekunden dauern – man muss also genau hinschauen, wenn man die heimische Kulisse wieder erkennen will.
An allen Tagen hatten sich zahlreiche Schaulustige gegenüber der Haftanstalt an der Haagstraße versammelt und dem bunten Treiben von Schauspielern, Komparsen, Kameraleuten und Technikern zugesehen. Leider war Jan Josef Liefers nicht dabei, aber Axel Prahl schrieb bereitwillig Autogramme. Friederike Kempter, sie ist im Krimi Thiels Kollegin und Kommissars-Anwärterin Nadeshda Krusenstern, war ebenfalls bei den Dreharbeiten in Moers dabei. "Wir sind hier in Moers sehr freundlich aufgenommen worden. Wir kommen gerne wieder", so die Produktionsleiterin Jutta Bürsgens im Juli vorigen Jahres. Das leerstehende Hafthaus an der Haagstraße war schon mehrfach "Location" für Filmproduktionen.
In dem Thriller "Schlaflos" mit Senta Berger in der Hauptrolle diente es als Kulisse, und auch für eine Persiflage der US-Serie "CSI" mit dem Titel "SMS – Spezialisten mit Skalpell" reiste ein Team der "Sony Pictures Deutschland" zu Dreharbeiten nach Moers.
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