Moers: Illegale Rallyes stoppen
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 01.04.2009Moers (RPO). Superreiche Autofans starten in der warmen Jahreszeit gerne Orientierungsfahrten quer durch Europa. Diese Rallyes sind in Deutschland verboten. Provida-Polizeifahrzeuge sollen die Fahrer überführen.
Carfreitag
Eine andere Art illegaler Motorsportveranstaltungen ist der so genannte "Carfreitag": Autofans aus der Tunerszene haben den Karfreitag vor Ostern so umbenannt, da sie sich an diesem Tag gerne zu nicht genehmigten Rennen auf öffentlichen Straßen treffen. Hinweise darauf, dass jetzt am Karfreitag solche Treffen geplant sind, hat die Autobahnpolizei Düsseldorf jedoch nicht.
Wenn Olaf Reusch und Christian Freidl an die Feiertagsüberstunden im vergangenen Jahr denken, vergeht ihnen die Vorfreude auf die bevorstehende warme Jahreszeit. An den Ostertagen, Pfingsten, aber auch an anderen Sommertagen mussten sie im Provida-Auto Extraschichten auf den Autobahnen fahren. Und nach Luxusrennwagen mit ausländischen Kennzeichen, eventuell auch mit Rallye-Aufklebern versehen, Ausschau halten. Obgleich es verboten ist, wollen die Teilnehmer der Promi-Rallyes auch in diesem Jahr wieder deutsche Autobahnen befahren.
Von London nach Prag
Die illegalen Autorallyes heißen "Modball", "Gumball 3000" oder "Cannonball": Besitzer teurer Luxusautos verabreden sich, innerhalb einer bestimmten Zeit von einem Ende Europas zum anderen zu fahren. Die "Cannonball"-Rallye geht zum Beispiel von Brüssel nach Prag, "Gumball 3000" führt in sechs Tagen auf öffentlichen Straßen über 5000 Kilometer quer durch den Kontinent, "Modball" meistens von London aus mehrere Tage durch Mitteleuropa.
Immer wieder Auflösungen
Im Mai 2007 wurden 68 Gumball-Teilnehmer in Deutschland angehalten. Im Juni 2007 stoppte die Polizei in Köln die "Modball"-Rallye und leitete 92 Autos per Konvoi zur Grenze zurück. Im September 2007 hielt die Polizei in NRW und Rheinland-Pfalz insgesamt 20 Teilnehmer des Rennens "Cannonball 8000" an.
Im September 2008 beendeten die Beamten auf der A4 bei Aachen und der A60 nahe Belgien das britische "Euro-Enduro"-Rennen. Die genauen Routen werden von den Veranstaltern nicht im Voraus bekannt gegeben. Es kann daher gut sein, dass die Fahrer an den Grenzübergängen Elten oder Straelen von den Niederlanden nach Deutschland einreisen, wissen die Moerser Autobahnpolizisten aus Erfahrung.
Die Modball-Rallye 2009 ist für den 11. bis 17. Juni geplant. Es gibt eine ganz offizielle Internetseite. Sie spricht reiche Leute aus dem Jetset an,Menschen, die viel Geld und Spaß an teuren Autos haben. Menschen, die Startgelder bis zu 10 000 Euro nicht schrecken und auch über Bußgelder im vierstelligen Bereich nur müde lächeln. Die im Internet angegebenen Stationen sind London, Luxemburg, Straßburg, Genf, Mailand, der Stelvio Pass, Bratislava – und der Nürburgring.
Nach der deutschen Straßenverkehrsordnung sind "Rennen mit Kraftfahrzeugen verboten". Allerdings fehlt bei den Rallyes – offiziell – das notwendige Charakteristikum eines Rennens, nämlich das Zeitfahren. Deshalb können auch für vorsätzliche wie fahrlässige Verstöße Geldbußen verhängt werden oder für Verstöße gegen Paragrafen, die sich auf "erlaubnispflichtige motorsportliche Veranstaltunggen" beziehen.
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