Kamp-Lintfort: Immer wieder neue Glutnester
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 21.05.2007Kamp-Lintfort (RPO). Nach dem Brand am Freitag im Tuning-Center NRW in der Robert-Bosch-Straße musste die Feuerwehr am Samstag noch mehrfach zum Nachlöschen ausrücken. Heute nimmt der Brandsachverständige seine Arbeit auf.
Ein tiefer gelegter Ford K mit verdunkelten Scheiben stoppt. Der junge Fahrer schaut aus dem Seitenfenster. „Bo, da ist ja nicht viel übrig geblieben!“, sagt er. Vom Beifahrersitz raunt es „Schade um die schönen Spoiler!“
Es ist Samstagnachmittag, 16 Uhr, die Sonne knallt. Nicht nur Schaulustige geben sich am Brandort in der Robert-Bosch-Straße ein Stelldichein. Auch die Feuerwehr ist da. Immer noch?
„Nein, schon wieder“, antwortet der Einsatzleiter. Immer wieder tun sich Glutnester in der zerstörten Halle auf. Der Nachlösch-Einsatz am Samstagnachmittag war bereits der zweite, nachdem die Feuerwehr den Einsatzort am späten Freitagabend verlassen hatten.
Kerngeschäft Spoiler
Die reale „Heimat“ in der Robert-Bosch-Straße 11 ist abgebrannt. Jetzt bleibt dem Tuning-Center NRW (NTC) als (virtuelle) Heimstätte nur noch die gerade eben neu eingerichtete Homepage im Internet. Schicke, veredelte Karossen stellt die Firma dort vor. Kerngeschäft von NTC sind Tuningteile wie Stoßstangen und Spoiler aus Kunststoff.
Brandort beschlagnahmt
„Die Brandursache steht immer noch nicht fest“, so Polizeihauptkommissar Thomas Deselaers gestern. Auch zur Schadenshöhe können keine Angaben gemacht werden. Am heutigen Montag soll der Brandsachverständige seine Arbeit aufnehmen. Der Brandort ist immer noch beschlagnahmt, auch wenn die Feuerwehr das Gelände noch mehrmals aufsuchen musste.
„Mittlerweile haben wir aber den Firmeninhaber erreicht“, berichtet Deselaers. Dieser war offenbar im Urlaub, als am Freitagabend gegen 17.30 Uhr der Brand in dem 20 mal 50 Meter großen Gebäude ausbrach. Nach zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte die Flammen unter Kontrolle, Menschen kamen nicht zu Schaden.
Aber sonst vernichtete das Feuer alles, übrig geblieben ist nur noch eine Ruine. Ein Bild der Zerstörung. Kreuz und quer hängen die Metallbalken zwischen den welken Wellblechwänden. „Das hat unglaublich gebrannt“, bemerkt ein Feuerwehrmann, der auch schon am Freitagabend im Einsatz war. Er wirkt müde. „Jetzt ist unsere Arbeit hier hoffentlich getan!“
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