Moers: In neuem Glanz
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 01.05.2010Moers (RPO). Nach knapp einem Jahr sind die Sanierungsarbeiten am Martinstift fast abgeschlossen. Rund 1,87 Millionen Euro gab die Stadtbau Moers dafür aus. Gestern wurde das Ergebnis im Kammermusiksaal gebührend gefeiert.
Beethoven fehlte noch – die Büste steht noch nicht auf ihrem angestammten Platz an der Stirnseite des Kammermusiksaales. Dafür war er im musikalischen Programm sehr präsent. Die Geschwister Sarah (12), Violine, und Aaron Bergé (11), Cello, am Flügel begleitet von Mark Stude (16), spielten Beethoven Trio VIII. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." Mit diesem Nietzsche-Zitat beginnt das Programm der Eröffnung des sanierten Martinstiftes. Die drei im klassizistischen Stil errichteten Gebäude des Martinstiftes gründlich zu renovieren, war kein Irrtum, sondern absolut notwendig. Rund 1,87 Millionen Euro hat die Stadtbau Moers in knapp einem Jahr verbaut.
Juwel für Moers
Dann kam Hans-Gerhard Rötters vor Bürgermeister Norbert Ballhaus. Kulturdezernent Rötters begrüßte die Gäste als erster Betriebsleiter. An diesem "großen Tag der Freude" lobte er nicht nur die Sanierung, sondern auch den "kleinen unaufdringlichen Anbau", der als Foyer des Kammermusiksaales dienen werde. Das Martinstift sei jetzt wieder ein "Juwel für unsere Stadt". Der SPD-Mann Röttgers lobte Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der bisher dafür gesorgt habe, dass gute und preiswerte Bildung nicht auf dem Altar der Finanzkrise geopfert worden sei. Bürgermeister Norbert Ballhaus zeigte sich anschließend vom Ergebnis der 1,87 Millionen Euro-Sanierung begeistert.
Georg Kresimon, seit 2007 Leiter der Moerser Musikschule, nutzte die Gelegenheit, für die kulturelle Aufbauarbeit der Musikschule zu werben. Eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" nannte er "verantwortungslos". Sie vermittle Jugendlichen die falsche Vorstellung, mit relativ geringem Aufwand und erkennbar wenig Leistung viel Erfolg erreichen zu können. "Dort, wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen Zwerge lange Schatten."
Herzlichen Applaus erhielt Kresimon auch für sein Dank an Hausmeister und die Reinigungsdamen, ohne die das Jahr der Sanierung nicht so reibungslos vorüber gegangen sei. Stolz stellte er auch seine jungen Schüler vor. Sarah und Aaron Bergé, die die Eröffnung musikalisch begleiteten, haben mit 24 von 25 Punkten die Landesrunde von "Jugend musiziert" absolviert und bereiten sich jetzt auf den Bundeswettbewerb vor. Zum Empfang mit Buffet wurde es mit Manuel Lorenz, Trompete, und Pianist Constantin Kramer jazziger.
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