Kamp-Lintfort: In weltlicher Hand
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 05.04.2008Kamp-Lintfort (RPO). Das St. Bernhard-Hospital ist für die Zukunft aufgestellt. Das Krankenhaus mitten in der Region versteht sich als eine dynamische Einrichtung in stetem Entwicklungsprozess.
Schwester Otgundis gehört als Krankenhausoberin und Pflegedirektorin zum Direktorium des St. Bernhard- Hospitals. Zu den Kollegen an der Spitze zählen Geschäftsführer Theodor Wigge und Dr. Hans Jürgen Drechsler als Ärztlicher Direktor. Illusionen um die Zukunft macht sich Schwester Otgundis, die dem Orden der Franziskanerinnen von Münster-Mauritz angehört, nicht. „In Deutschland haben wir noch rund 900 Ordensschwestern. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren“, erzählt sie.
Christliche Wertevorstellung
Die Weichen für die Zukunft sind auf andere Weise gestellt. Das bis dahin ordenseigene Krankenhaus wurde vor vier Jahren in die St. Franziskus-Stiftung gegeben und gehört zum Verbund von zehn Akut- und drei Fachkrankenhäusern. Auch wenn dem Orden der Nachwuchs fehlt, ist Schwester Otgundis optimistisch. „Wir geben unsere christliche Wertevorstellung an unsere Mitarbeiter, Pflegeteams und Schwesternschüler weiter, die unsere Tradition fortführen werden“, sagt die gebürtige Westfälin, die vor 14 Jahren an den Niederrhein kam.
Kurze Wege
Das Krankenhaus mitten in der Region kooperiert in unterschiedlicher Weise mit benachbarten Hospitälern. Kurze Wege, Qualität und Transparenz im verwaltungstechnischen wie medizinischen Sektor sind im St.-Bernard-Hospital messbar, wie die regelmäßigen externen Zertifizierungsverfahren zeigen.
Die strukturierte Weiter- und Fortbildung hat einen großen Stellenwert und ermöglicht ein hohes Maß an Identifikation mit dem St. Bernhard-Hospital. Nicht nur für die Pflegekräfte, sondern auch für die Ärzte. Mehr noch. „Wir arbeiten momentan an einem Plan, der die zusätzliche kontinuierliche Weiterbildung im Krankenhausverbund der Stiftung ermöglichen wird“, erzählt Schwester Otgundis. Die allgegenwärtige Präsens von Ordensfrauen auf den Stationen ist jedoch nicht mehr gegeben. Der Servicebereich im Empfang gehört mit zu den Ausnahmen. „Das ist heute Zeitgeist, jede unserer Stationen ist in weltlicher Hand. Früher lag die Leitung in den Händen von Ordensfrauen“, so Geschäftsführer Wigge. Der Geist der Franziskanerinnen ist spürbar und ihr Engagement für die Patienten erlebbar.
„Die Seelsorge bleibt ein hochgeschätzter und zudem zertifizierter Baustein in der Betreuung unserer Patienten“, so Wigge. Tradition und moderne Technik, innovatives Management gepaart mit Wirtschaftlichkeit prägen das St.-Bernhard-Hospital. Neben dem Qualitätsmanagement-Team sorgt die Projektsteuerungsgruppe, die so genannte PSG, für die ständige Weiterentwicklung mit dem Ziel Arbeitsabläufe und -prozesse zu optimieren. Acht Personen gehören in dieses Gremium, das erfolgreich verschiedene Projekte auf die Bahn gebracht hat. Dazu zählen die koordinierte Patienteneinbestellung, die Kurzliegerstation oder die elektronische Erfassung des Lebensmittelverbrauchs samt (Wunsch-)Menübestellung per Knopfdruck vom Krankenbett aus an die Großküche. Sie gibt täglich über 2000 Essen, teilweise spezielle Diätkost, aus. „Die Technik ermöglicht einen zeitnahen Ablauf in der Küche“, so Schwester Otgundis.
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