Kamp-Lintfort: Internationaler Möhnensturm
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 16:58Kamp-Lintfort (RPO). Cambrai in Frankreich, Edremit in der Türke, Zory in Polen und Chester-le-Street in England: Beim Sturm der Möhnen auf das Rathaus ging es international zu.
Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt zog die Baskenmütze auf, Dr. Christoph Müllmann den roten türkischen Fez, Kulturbeauftragte Petra Niemöller trug die traditionelle Tracht aus dem polnischen Zory, und die Technische Beigeordnete Rita Hoff kam in Pink als "her majesty", die Queen von England.
Das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt, und die Kamp-Lintforter Stadtspitze hatte in ihrer Local-Heroes-Woche vor etwa drei Wochen offenbar großen Geschmack an Multikulti gefunden. "Wir kommen als unsere Partnerstädte", betonte Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt, der Ringelsocken zur Knickerbocker-Hose angezogen hatte.
Baguette, filterlose Zigarette und Schnäuzer durften bei diesem Outfit nicht fehlen. Fast nicht wieder zu erkennen war der Erste Beigeordnete Dr. Christoph Müllmann, der einen gesichtsfüllenden Schnäuzer und eine pechschwarze Perücke trug. Er was als Botschafter Edremits verkleidet. Obwohl die Stadtspitze dieses Mal enorme Anstrengungen vollbracht hatte, um nicht von den Möhnen entdeckt zu werden, hatten sie keine Chance: Obermöhne Petra Niß kam mit 50 wilden Weibern im Schlepptau und legte das Viergestirn sofort in Ketten.
Unter großen Jubel und Geheul brachten die schwarz gekleideten Frauen die Verwaltungsmannschaft unters jecke Volk, das auf dem Rathausplatz frierend, aber gut gelaunt wartete. Dort war ein Bühne aufgestellt, auf der es für den Rest des Tages viel Unterhaltung gab. Ihren Abschied nahm gestern Obermöhne Petra Niß nach sage und schreibe 20 Jahren Altweiberkarneval.
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