Moers: Ittekimasu
VON CORINNA BEHLING UND BERENICKE SCHMOLDT - zuletzt aktualisiert: 07.12.2007Moers (RPO). Das Gymnasium in den Filder Benden flirtet mit dem Fernen Osten. Seit Jahren wird dort eine Japanisch-AG angeboten, seit 2005 gibt es eine Schulpartnerschaft mit Kyoto. Dorthin reiste eine Moerser Schülergruppe.
Japan ist mehr als nur ein Land der Hightech und Mangas. Für die Schülergruppe des Gymnasiums in den Filder Benden, alle 14 bis 18 Jahre alt, war es ein Trip in ein Land auf der anderen Seite der Welt und ein Trip in eine ganz andere Welt – eine sowohl sehr moderne, als auch sehr traditionelle Welt. Zielort war die traditionellen Kaiserstadt Kyoto. Dort befindet sich auch die Moerser Partnerschule, die Yamashiro Highschool.
Von Kyoto konnten die Moerser eine ländliche Idylle, die mit der Architektur des 21. Jahrhundert verschmolzen ist, kennen lernen. Natürlich standen die bekannten Touristen-Attraktionen auf dem Programm, wie Kinkaku-Ji, Nijo-Castle, Nara, Kyoshitsu-dera, aber auch kleinere Tempel, die gute Einblicke in die Religion und die Tradition Japans eröffneten.
Freundlich empfangen
Viel wichtiger waren aber die Einblicke in das Familienleben der Japaner, weil die Schüler für zwei Nächte in einer japanischen Gastfamilie leben konnten. In Absprache mit den Gastfamilien durften einige auch etwas länger bleiben. Die meisten japanischen Familien verbringen nur den Abend gemeinsam. Deshalb gibt es am Abend auch ein richtig großes Abendessen vergleichbar mit dem gemeinsamen Mittagessen bei deutschen Familien. Die jungen Gäste aus Moers wurden alle sehr herzlich aufgenommen. Besonders die Freundlichkeit der Japaner sorgte dafür, dass sich sich alle schnell geborgen fühlten.
Unterwegs in der Stadt kam es auch vor, dass man fast oder ganz zu dem gefragten Ort hin geführt wurde, sobald man sich nach dem Weg erkundigte. Natürlich war die Verständigung nicht immer ganz so leicht, weil das Japanisch der jungen Deutschen noch verbesserungswürdig ist, aber die Englischkenntnisse der Japaner in vielen Fällen minimal sind. Wenn man aber etwas nicht verstanden hat, haben sie sich notfalls mit Zeichnungen oder mit Händen und Füßen verständlich gemacht. Aber dadurch, dass die Moerser meistens von Schülern der Partnerschule Yamashiro Highschool begleitet wurden, konnten sich alle sicher in Kyoto bewegen.
Die japanischen Schüler haben sich immer sehr bemüht, mit den Gästen aus Moers Zeit zu verbringen und hatten auch Freude daran, sich mit ihnen auszutauschen. Internationaler Schüleraustausch ist in Japan noch eine Seltenheit. Schülern und Lehrern war es zudem wichtig, dass die deutschen Gäste Einblicke in den Unterricht und in die Clubs – vergleichbar mit den deutschen AGs – erhalten. Und wenn man die Moerser Gruppe fragte, ob sie noch einmal nach Japan fahren wolle, könnte man auf jeden Fall mit einem strahlenden Lächeln ein lautes „Ja“ hören. Oder auf Japanisch ein kräftiges „hai“. Also „ittekimasu“: bis bald.
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