Moers: Jetzt kommen Schulhofkameras
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 01.09.2008Moers (RPO). Acht Moerser Schulen sprechen sich explizit für eine Videoüberwachung aus. Im Ausschuss geht es heute darum, ob zunächst 50 000 Euro für Kameras bereit gestellt werden. Vandalismus an Schulen kostete 2007 etwa 55 000 Euro.
Beschlussvorlage
„Der Schulausschuss stimmt grundsätzlich einer Videoüberwachung an Schulen der Stadt Moers zu...Für die Beschaffung und Installation der Videokameras werden im Haushalt 2009 Mittel in Höhe von 50 000 Euro bereitgestellt“, so die Beschlussvorlage für die heutige Sitzung.
Es war in der Nacht vom 15. auf den 16. April: Unbekannte sägten auf dem Schulhof der Hermann-Runge-Gesamtschule fünf Ahornbäume ab und einen weiteren Baum an Schaden: mehrere Tausend Euro. Eine Kamera auf dem Schulhof hätte die Täter womöglich abgeschreckt. Etliche Moerser Schulen fordern mittlerweile Videoüberwachung ihrer Häuser, zumindest der Schulhöfe. Heute wird im Schulausschuss darüber beraten, Geld für Kameras bereit zu stellen.
Die abgesägten Baume sind längst nicht die einzigen Vandalismusschäden an den Moerser Schulen. „55 000 Euro Schaden sind in 2007 entstanden, vorrangig durch Glasschäden und Graffiti“, sagt Klaus Janczyk von der Pressestelle. Am härtesten traf es im vergangenen Jahr die Grundschule Hülsdonk, wo Unbekannte eine ganz Front Glasbausteine zerdepperten. Schaden: 7500 Euro. Fast genauso viel, nämlich 7000 Euro, kostete die Reparatur im Schulzentrum Jungbornpark, wo Chaoten im gesamten Erdgeschoss die Scheiben eingeworfen hatten.
Bewegungsmelder und Licht
Die Grundschule Annastraße verzeichnete in 2007 rund 3000 Euro Glasschaden. „Daher befürwortet die Schulkonferenz eine Videoüberwachung, jedoch nur im Bereich der Pausenhalle, der Rückseite des Geländes / Pavillon und gegebenenfalls anderer anfälliger Stellen. Dabei wäre eine Beleuchtung über einen Bewegungsmelder als Ergänzung notwendig“, so die Stellungnahme der Annaschule. Sieben weitere Schulen sprechen sich explizit für Videoüberwachung aus: Dorsterfeld-, St.-Marien-, Adolf-Reichwein-, Astrid-Lindgren-, Albert-Schweitzer-, Gebrüder-Grimm- und die Grundschule Repelen. Diese liegt direkt am Friedhof. Die Schulkonferenz spricht sich für eine Videoüberwachung des Außengeländes nach dem Schulbetrieb aus.
Während des Unterrichts möchten die meisten Befürworter keine Kameras mitlaufen lassen – das wäre auch gar nicht zulässig, so die Datenschutzbeauftragten des Landes NRW: „Eine Videoüberwachung an und in Schulen kann deshalb nur ausnahmsweise und grundsätzlich nur außerhalb der Unterrichtszeiten gerechtfertigt sein.“
Sollten alle Schulen, die sich Überwachungsanlagen wünschen, mit Kameras ausgestattet werden, ist insgesamt mit Kosten von etwa 200 000 Euro für die Videoinfrastruktur zu rechnen zuzüglich der Kosten für die notwendigen baulichen Installationsmaßnahmen.
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