Kamp-Lintfort: JU für schnelles Ende des Bergbaus
zuletzt aktualisiert: 16.04.2007Kamp-Lintfort (RPO). Nach der BenQ-Insolvenz steht Kamp-Lintfort erneut der Verlust von zahlreichen Arbeitsplätzen durch das Ende des Bergbaus bevor. Von vielen Seiten wurden diese Schicksalsschläge mit Recht bedauert, meint die Junge Union (JU) Kamp-Lintfort, jedoch gelte es nun die Stadt für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen statt klagend zurückzublicken.
„Die Junge Union setzt auf ein schnelles Ende des Kohlebergbaus in Kamp-Lintfort, denn der Bergbau behindert den Strukturwandel. Sein Ende ist nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten, sondern auch aufgrund ökologischer Argumente auf Dauer unausweichlich.
Man sollte daher nicht – wie es in der Vergangenheit stets der Fall war – seine ganze Kraft darauf konzentrieren, die Schließung noch ein wenig hinauszuzögern, sondern vielmehr den Weg für ein neues Kamp-Lintfort frei machen.“, so der stellvertretende JU-Vorsitzende Stephan Pötters.
Der JU seien die negativen Effekte einer Zechenschließung in Kamp-Lintfort bewusst. Doch ein früheres Aus hätte auch Vorteile: „Unsere Stadt befindet sich in einem Wettbewerb mit anderen Bergbaustädten um Fördermittel und diese werden zunächst dorthin fließen, wo der Bergbau zuerst beendet wird.
Den Letzten beißen die Hunde“, so der JU-Vorsitzende Nick Kriegeskotte. „Die Ideen für die Verwendung einer riesigen, innerstädtischen Fläche, die zudem noch teilweise kontaminiert ist, sind eng begrenzt.
Wenn wir eine der ersten Städte sind, die damit beginnen, diese Fläche zu gestalten und Perspektiven für eine Stadt ohne Bergbau aufzuzeigen, sind die Chancen für eine finanziell realistische Umsetzung solcher Visionen deutlich höher, als wenn schon andere Städte damit begonnen haben. Kamp-Lintfort könnte somit endlich wieder einmal eine Vorreiterrolle zukommen, statt wie in letzter Zeit leider so häufig zu den Verlierern zu gehören.“
Die Junge Union setzt daher auch auf eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit. Konzepte müssten erdacht und mit den betroffenen Bürgern diskutiert werden. Ausdrücklich unterstützt die Junge Union die in der vergangenen Woche durch die CDU aufgestellte Forderung nach einer günstigen Überlassung des Zechengeländes an die Stadt.
„Bürgermeister Landscheidt reist durch das Land um sich mit seinen Freunden von der so genannten Zukunftsaktion Kohlegebiete zu treffen, dessen zentrale Forderung es ist, einen Sockelbergbau über 2018 hinaus zu erhalten. Eine Entscheidung darüber fällt aber erst 2012 – zu spät für eine Diskussion über die Zukunft und die Gestaltung des Geländes. Der Bürgermeister steht damit für das alte Kamp-Lintfort. Das neue Kamp-Lintfort wird eines ohne Bergbau sein“, kritisiert Kriegeskotte.
„Die permanente, durch rein parteipolitische Taktiererei geprägte Kritik an der Landesregierung ist unsachlich und kontraproduktiv. Seiner Selbstinszenierung willen verrät der Bürgermeister die Interessen Kamp-Lintforts. Wenn er seine Nörgeleien nicht beendet und endlich beginnt, mit der Landesregierung zusammenzuarbeiten, wird die Stadt ein weiteres Mal eine rechtzeitige Weichenstellung versäumen.“
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