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Rheurdt: Kämpfender Bio-Bäcker

VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 03.11.2007

Rheurdt (RPO). Der Bäckermeister aus Rheurdt hat die Jury der Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation“ überzeugt. Andreas Schomaker ist NRW-Landessieger und will jetzt in Berlin die Konkurrenten aus den anderen Bundesländern besiegen.

Gestern im Rathaus geb’s natürlich auch was Leckeres aus der Backstube: Karl-Heinz Matthiesen (l.) greift gerne zu. Andreas Schomaker, seine Frau Stefanie und die Kinder freuen sich.   Foto: RPO
Gestern im Rathaus geb’s natürlich auch was Leckeres aus der Backstube: Karl-Heinz Matthiesen (l.) greift gerne zu. Andreas Schomaker, seine Frau Stefanie und die Kinder freuen sich. Foto: RPO

Andreas Schomaker macht Mut: Sein Kampfgeist und seine Überzeugungskraft beeindruckten die Jury der Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation“ von Das Örtliche, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und dem Magazin impulse. Der Inhaber der „Biobäckerei Schomaker“ aus Rheurdt ist deshalb zum Landessieger in Nordrhein-Westfalen gekürt worden. Gestern gab es die Urkunde und 1000 Euro Preisgeld im Rheurdter Rathaus.

„Das kann aber noch mehr werden“, kündigte Karl-Heinz Matthiesen vom für „Das  Örtliche“ zuständigen Verlag an. Schomaker tritt jetzt nämlich gegen die 15 Konkurrenten aus den anderen Bundesländern bei der Wahl zum „Mutmacher der Nation“ an. Diese findet auf einer festlichen Gala am 28. November in Berlin statt.

Info

Promi-Jury

Die Jury, die die „Mutmacher der Nation“ kürt, besteht aus prominenten Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien.

Bekannteste Mitglieder sind Christian Wulff, Niedersächsischer Ministerpräsident, und die Designerin Jette Joop.

Schomackers Vater arbeitete im eigenen kleinen Betrieb in Rheurdt, Andreas Schomaker war im In- und Ausland als Konditor- und Bäckermeister beschäftigt. Dann der Schock: Der Vater verstarb plötzlich, der Sohn musste handeln, „schließlich musste meine Mutter ja versorgt werden“, sagt der heute 47-Jährige.

Schwierige Übernahme

Die Übernahme des Familienbetriebs gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet: Die Bäckerei kämpfte mit Umsatz- und Ertragsproblemen. Andreas Schomaker beschloss, das Konzept der Firma radikal zu ändern. Lange bevor der Bio-Trend ganz Deutschland erfasste, stellte er den Betrieb auf vollwertige Backwaren höchster Qualität um – uns stieß auf ein gemischtes Echo: „In der Gemeinde waren wir schnell als Körnerpicker verpönt, aber aus den umliegenden Städten kamen die Kunden von weit her gefahren.“

Es gelang dem Bäckermeister vom Niederrhein mit guten Mitarbeitern und seiner Frau, den kleinen Betrieb in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren – bis der Zukauf einer zweiten Bio-Bäckerei erneut Kosten- und Personalprobleme nach sich zog. Der damals 34-Jährige stellte einen eigenen Sanierungsplan auf und meisterte auch diese kritische Phase. Elf Jahre lang behauptete sich die Bäckerei Schomaker anschließend am Markt.

Bald aber platzte der Betrieb aus allen Nähten. Um konkurrenzfähig zu bleiben, benötigte er im Jahr 2004 finanzielle Mittel zur ökologischen Betriebserweiterung und Rationalisierung – Mittel, die ihm von der Bürgschaftsbank bewilligt, von der Hausbank aber verweigert wurden. Schomaker wechselte nicht nur die Bank, sondern setzte eine pfiffig Idee um: Er bot den Teilnehmern an seinem beliebten „Ökopayback-System“ Genussrechte an und ließ sie so am Erfolg des Unternehmens teilhaben. Schnell waren 180 000 Genussrechte verkauft. „Das große Vertrauen der Kunden hat uns ganz besonders bestärkt“, erinnert sich Schomaker.

„Die Teilhaber erhalten jährlich eine Dividende von drei bis acht Prozent“, erklärt der Biobäcker das ausgeklügelte Finanzierungskonzept. Seine „Anteilseigner“ können sich ihren Gewinn entweder bar oder in Form von Genuss-Bons auszahlen lassen, mit denen sie ihre Backwaren bezahlen können und nochmals Vergünstigungen bekommen.

Quelle: RP

 
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