Moers: Kakao wärmt das Prinzenpaar
VON DIRK MÖWIUS UND HANS-ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 14.02.2010 - 19:34Moers (RPO). Die Kälte schreckte wohl einige Narren ab: Nur gut 85 000 Zuschauer kamen zum Nelkensamstagszug. Der Engpass Homberger Straße wurde ohne größere Probleme genommen. Das Glasverbot hat sich bewährt.
Die Bilanz der Polizei
Mit 300 Kräften war die Polizei im Einsatz. Das Glasverbot in der Innenstadt führte dazu, dass es kaum zu Schnittverletzungen kam. Die Rettungskräfte versorgten 80 Personen. 34 mussten wegen Alkoholmissbrauchs in Krankenhäuser gebracht werden. 53 Personen wurden festgenommen oder zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen.
Der Winter hinterließ seine Spuren beim Nelkensamstagszug von Homberg bis zum Alten Rathaus in Moers. So wenig Narren standen in den letzten Jahren nie am Straßenrand. Auch wenn die Polizei offiziell 110 000 Karnevalisten gezählt haben möchte: Vermutlich waren es realistisch gesehen maximal 85 000. Schnee am Straßenrand und eisige Temperaturen machten ein ausgelassenes Karnevalstreiben nicht eben leichter.
"Warmschunkeln" empfohlen
"Auf den Wagen und im Zug herrscht strengstes, absolutes Alkoholverbot", versicherte Kurt Zimmermann, Pressesprecher des Kulturausschuss Grafschafter Karneval (KGK). Mit warmer Kleidung, wie eine Zwiebel in vielen Schichten und Lagen, wollten die 14 Aktiven der Sparkasse am Niederrhein, die sich erstmals mit einem Wagen am närrischen Lindwurm beteiligten, den Tiefsttemperaturen trotzen. Mit heißem Tee und ebensolchem aromatischen und belebenden Kaffee wollte die Homberger Narrenzunft bis zum Rathaus durchhalten. "Warmschunkeln", empfahl darüber hinaus Narrenzunftpräsident Manfred Becker als probates, närrisches Wärmekonzept. Besonders lecker wollten sich die Tollitäten Prinz Jörn I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Simone I. auf ihrem Prinzenwagen aufheizen. "Heißer, süßer Kakao", berichte der stellvertretende Moerser Bürgermeister Heinz-Gerd Hackstein, der auf dem Prinzengefährt mit von der Partie war.
Polizei und Ordner griffen durch
Auf alten Traditionspfaden wandelte der Zug ab Moers Bahnhof. Aus gutem Grund war vor wenigen Jahren die Zugstrecke auf die Wilhelm-Schröder-Straße verlegt worden. Wegen einer Baustelle stand diese Route in diesem Jahr nicht zur Verfügung. Es musste wieder die enge Innenstadtstrecke mit erheblichen Gefahrenpotentialen in Kauf genommen werden. Auf Tuchfühlung zum feiernde Volk fuhren die von "Wagenengeln" abgesicherten Gefährte durch die Engpässe. Starke Einsatzkräfte der Polizei sorgten zusätzlich für Sicherheit. Glasflaschen wurden konfisziert und der Inhalt vernichtet. Trotzdem hatten einige lange vor Erscheinen des Zuges in der Innenstadt zu kräftig "vorgeglüht". Einige waren so sternhagelvoll, dass sie den ersten Wagen bereits nicht mehr mitbekamen. Um sie kümmerten sich Rettungskräfte. Ebenso früh wurden erste Randalierer und Schläger abgeführt. Zu einer Massenschlägerei, die schnell von privaten Sicherheitskräften beendet wurde, kam es am Kö, wo sich die schwierigste Publikumsgruppe ballte. Die Polizei zählte dort 6000 Jugendliche.
Mit großer Erleichterung nahmen die Organisatoren zur Kenntnis, dass der Zug gut durch das Nadelöhr Homberger Straße gekommen ist. "Auf Grund der Enge hatten wir schon ein bisschen Sorge, dass jemand zu Schaden kommt oder verletzt wird", sagte Präsident Hans Kitzhofer: "Jetzt sind wir froh, dass alles so gut gelaufen ist." Sein Dank geht an alle Sicherheitskräfte, an das THW, die Polizei, die Einsatzkräfte des DRK, die Ordner an den Wagen und das Vorstandsteam. Großes Lob zollte er auch an die Fahrer der Karnevalswagen. Für sie sei es eine große Herausforderung, ihre langen Gespanne durch die Menschenmenge zu steuern. Zugleiter Karl-Heinz Ranft lobte die Disziplin bei allen Teilnehmern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




