Moers: Kampf den Kinderunfällen
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 24.02.2010Moers (RPO). Die Polizei im Kreis Wesel erhöht die Zahl der Beamten, die Verkehrsunfälle bekämpfen. Zwei Drittel aller verunglückten Kinder fuhren Rad. Die gestern veröffentliche Statistik der PI West für 2009 ist eher unspektakulär.
Unfallhäufung
In Kamp-Lintfort gibt es drei Unfallhäufungsstellen (mindestens fünf Unfälle gleichen Typs innerhalb eines Jahres), in Moers neun, unter anderem Rheinberger Straße/Anschluss A 42, Römer-/Essenberger Straße, der Kreisel Rheurdter/Dr.-Berns-Straße/Am Jostenhof sowie an der Ecke Franz-Haniel-Straße an der Ein- und Ausfahrt Plus-Markt.
Grafschaft Die Polizei sagt Kinderunfällen den Kampf an: Nachdem im vergangenen Jahr kreisweit 205 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt und eines (in Moers) sogar getötet wurde, verstärkt die Kreispolizeibehörde Wesel das Spezialteam. Waren auf beiden Rheinseiten bereits jeweils zehn Beamte mit der Thematik beschäftigt, kommen nun zweimal fünf Polizisten hinzu. Auch die Polizeiinspektion (PI) West (Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck) hat jetzt 15 Beamte, die mit präventiven und repressiven Maßnahmen der Zunahme von Kinderunfällen entgegenwirken.
Eltern müssen mithelfen
Dazu gehört auch, Eltern anzusprechen und anzuweisen, wie diese ihre Kinder über die Gefahren im Straßenverkehr aufklären. "Es reicht nicht aus, nur die Kinder aufzuklären", sagt PI-Chefin Heidi Fahrenholz. "Eltern müssen mitmachen." Damit diese wissen, wenn ihre Sprösslinge – etwa beim Fahrradfahren – gegen Verkehrsregeln verstoßen, verschickt die Polizei den so genannten Elternbrief. "Strafen" gegen junge Verkehrssünder könnten so weit gehen, dass die Polizei einen Drahtesel vorübergehend konfisziert, erklärt Fahrenholz. Insgesamt ist die Unfallzahl in Moers und Kamp-Lintfort im Jahr 2009 leicht angestiegen. PI-weit haben sich im Vergleich zu 2008 weniger Unfälle mit jungen Fahrern (18 bis 24 Jahre) ereignet. In Rheinberg und Alpen gab es einen leichten Anstieg der Verkehrsunfälle mit Radfahrern, in Moers und Neukirchen-Vluyn kam es zu weniger Unfällen mit motorisierten Zweiradfahrern. In Kamp-Lintfort und Alpen fiel auf, dass mehr Senioren verunglückten.
In den sieben Orten der PI starben 2009 sieben Menschen bei Verkehrsunfällen, davon zwei in Moers: Im Februar prallte ein 24-Jähriger mit dem Auto auf der Rheinberger Straße gegen einen Baum, im Juli starb ein Zwölfjähriger auf der Kornstraße.
Ebenfalls im Juli überlebte ein 74-jähriger Fahrradfahrer an der Eyller Straße in Kamp-Lintfort einen Zusammenstoß mit einem Auto nicht. In der Liste der Unfallhäufungsstellen tauchen zwei Kreisverkehre – die ja eigentlich Gefahrenstellen entschärfen sollen – auf: An der Moerser/Montplanetstraße in Kamp-Lintfort kommt es zu Karambolagen zwischen einfahrenden und kreuzenden Autos, am Kreisel Rheurdter Straße/Am Jostenhof in Moers fahren häufig Autofahrer geradeaus in die Betonumrandung hinein.
Info Die tödlichen Unfälle vom vergangenen Jahr: www.rp-online.de/moers
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