Kamp-Lintfort: Kinder auch online schützen
VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 12.01.2008Kamp-Lintfort (RPO). Sexuelle Übergriffe im Internet gegenüber Kindern und Jugendlichen sind keine Seltenheit. Mit dem Projekt „Internet-Scouts“ sollen daher Schüler der Unesco-Schule lernen, sich sicher in Chatrooms zu bewegen.
Nirgendwo gibt es so oft sexuelle Übergriffe wie im Internet, und nirgendwo sind Kinder und Jugendliche solchen Übergriffen so schutzlos ausgeliefert wie im Internet. Um Jugendliche und deren Eltern für die Gefahren der virtuellen Welt zu sensibilisieren, hat die nun Awo-Beratungsstelle für Schwangerschaft und Sexualität in Kamp-Linfort das Projekt „Internet-Scouts“ ins Leben gerufen.
Finanziell unterstützt durch die Aktion Mensch werden an der Unesco-Gesamtschule Jugendliche im Alter von 17 bis 18 Jahren zu solchen Internet-Scouts ausgebildet, um anschließend jüngere Schüler im sicheren Umgang mit dem Internet zu schulen. „Uns Erwachsene würden die Jugendlichen wohl nicht so ernst nehmen, wenn wir ihnen etwas über Internet und Chatrooms beibringen wollten“, sagt Stephanie Walbrunn, Leiterin der Awo-Beratungsstelle. „Deshalb bilden wir ältere Jugendliche aus, die den jüngeren die Inhalte vermitteln.“
Beratung
Zum Thema sexuelle Übergriffe im Internet und wie man seine Kinder davor schützen kann, informieren auch die Mitarbeiter Beratungsstellen der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Wesel. Diese sind ansässig in Kamp-Lintfort (Tel. 0 28 42 1 39 97), Moers (Tel. 0 28 41 2 52 96), Dinslaken und Wesel.
Jedes zweite Mädchen und jeder vierte Junge wurde laut einer Studie der Kölner Sozialpsychologin Catarina Katzer schon einmal in einem Chatroom gegen seinen Willen nach sexuellen Dingen gefragt. Auch eine anonyme Befragung unter 124 Schülern der Unesco-Schule bestätigt, dass sexuelle Übergriffe gegenüber Kindern im Internet keine Seltenheit sind. „Das fängt an bei derber Ansprache in Chatrooms und geht bis hin zur Zusendung exhibitionistischer Bilder“, erklärt Birgit Hüskes-Kathagen, Mitarbeiterin der Awo-Beratungsstelle.
„An dieser Stelle wollen wir die Schüler sensibilisieren, wo Grenzen überschritten werden“, sagt Petra Pauly, Lehrerin an der Unesco-Schule. Sechs Schülerinnen des Pädagogik-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 erarbeiten zunächst zusammen mit verschiedenen Referenten – unter anderem Polizisten, Sexualpädagogen und Streetworkern – die Projektinhalte. Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen Regeln an die Hand zu geben, wie etwa die Kontaktaufnahme zu fremden Personen übers Internet gefahrlos möglich ist, wie man sich vor virtuellen sexuellen Übergriffen schützen kann, und wo man seriöse Informationen zum Thema Sexualität und Aufklärung findet, ohne gleich auf Erotik-Seiten zu landen.
Dieses Wissen sollen die so geschulten Jugendlichen dann nicht nur an die 180 Sechstklässler der Unesco-Schule weiter geben. Geplant ist noch ein Informationsabend und ein Workshop für die Eltern der Schüler. Und letztlich sollen die Internet-Scouts wieder neue Internet-Scouts ausbilden, die die nächsten Schüler fit machen für den sicheren Umgang mit Internet und Chatrooms.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




