Kamp-Lintfort: Kirchturm als Entree
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 11.10.2011Kamp-Lintfort (RP). Die Grafschaft Moers baut auf dem Grundstück, auf dem bis vor zwei Jahren die katholische Kirche St. Paulus stand, barrierefreie Wohnungen und einen Standort für die Tagespflege der Caritas. Gestern war erster Spatenstich.
Der weiße Kirchturm von St. Paulus wird das Entree zum neuen Wohnstandort im Niersenbruch markieren: Bis Ende 2012 wird die Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück an der Fasanenstraße 42 barrierefreie Wohneinheiten sowie ein Gebäude für die Tagespflege der Caritas realisieren. Die Investitionen belaufen sich auf sechs Millionen Euro.
Für das ungewöhnliche Bauprojekt wird eine kirchliche Fläche umgenutzt. 2008 hatte das Bistum Münster die Schließung der Pauluskirche beschlossen, das Gotteshaus wurde trotz der Proteste vieler Gemeindemitglieder 2009 abgerissen. Realisiert wird der Entwurf von Eckhard Scholz: Der erhaltene Kirchturm, der an die Geschichte des Grundstücks erinnern soll, markiert den Eingang in einen parkartig gestalteten Hof, der von zwei winkelförmigen Baukörpern gefasst wird.
Ähnliches Projekt
Ein ähnliches Projekt wird in Geldern realisiert: In dem ehemaligen Gotteshaus Adelheidkirche entstehen Apartments für betreutes Wohnen. Der Komplex der Caritas Geldern/Kevelaer soll bis Sommer 2012 fertiggestellt sein. Es entstehen Alten-Wohngemeinschaften.
"Es entstehen auf jeweils drei Etagen weiße Bauten, die sich an der Architektur des Bauhauses orientieren", erläuterte der Architekt, der bei einem Architektenwettbewerb der katholischen Gemeinde St. Josef für das Bauprojekt als Preisträger hervorging.
Belebung im Niersenbruch
Auf einer Wohnfläche von insgesamt 3000 Quadratmetern entstehen 36 Zwei-Zimmer-Wohnungen, drei Wohnungen mit drei Zimmern und drei Wohnungen mit vier Zimmern. "Wir haben festgestellt, dass heute kleinere Wohnungen besser nachgefragt sind", betonte gestern Gerd Hübsch, Geschäftsführer der Grafschaft Moers. Die Wohnungen sind zwischen 58 und 109 Quadratmeter groß.
Der Mietpreis beläuft sich auf 8,50 Euro je Quadratmeter. Beim Bau soll der sogenannte Niedrigenergiestandard eingehalten werden. Der zum Teil alte und wertvolle Baumbestand auf dem Grundstück ist in die Planungen für das Wohnprojekt eingebunden worden.
"Der Ahorn bleibt auf jeden Fall Mittelpunkt und Schattenspender", versprach gestern Architekt Eckhard Scholz. Der Bereich der Tagespflege, in den der Caritasverband Moers-Xanten als Mieter einziehen wird, entsteht im hinteren Bereich auf einer Fläche von 220 Quadratmetern. "Es wird unsere erste Tagespflegeeinrichtung sein", sagte Henric Peeters, Geschäftsführer des Caritasverbandes. Die Tagespflege wird zwölf Plätze anbieten. Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt nahm gestern gerne den Spatenstich vor. Er verspricht sich von dem Projekt die Belebung des Niersenbruchs.
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