Moers: Kirmes verbindet Generationen
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 - 17:02Moers (RPO). Ob Ur-Opa oder Enkelin – ein Besuch auf dem Volksfest in der Moerser Innenstadt bereitet allen Spaß. Der Unfall von Freitag schreckte niemand ab – bleibt aber ein Gesprächsthema unter den Gästen.
Moers Der Mann in schwarzer Kutte trägt blaue Socken und Sandalen. Während eine röchelnde Stimme vom Band „Voodoo und grässliche Geräusche“ im Inneren der Geisterbahn verspricht, streckt er seine langen grünen Finger nach den Passanten aus. Jana (10) und Maja (11) kommen aus der Geisterbahn. Sie haben sich einmal so richtig durchgruseln lassen, das ganze Programm. Wie es war? „Sehr lustig“, sagt Maja und lacht.
Jana sieht das genauso. Nicht zuletzt, weil das alles natürlich nicht echt sei, erklären die beiden. Es ist das ganz große Spektakel, das seit vergangenem Freitag einige Tausend Besucher in die Moerser Innenstadt gelockt hat: Von riesigen Gewinnen, bis zu höchsten Höhen und schnellsten Fahrten. Alles ist dabei.
Taschengeld aufgebraucht
Manfred Hoffmann kommt jedes Jahr zur Kirmes nach Moers, meist am Samstag. Seit 15 Jahren macht er sich von Rheinhausen aus auf den Weg in die Grafenstadt. „Es ist zu einer kleinen Tradition geworden“, berichtet er. Kirmes, das hat ihn schon immer fasziniert – bereits als Kind. Seine Urenkelin Elissa (7) ist mitgekommen. Sie freut sich besonders auf die Wasserrutsche.
Oliver (25) und Andrea (21) schauen sich das Geschehen auf dem Friedrich-Ebert-Platz interessiert an. Über die Kirmes zu gehen, das gehört dazu, finden die beiden. „Man trifft viele alte Freunde“, berichtet Andrea. Auf die vielen Fahrgeschäfte gehen sie nicht. „Aus dem Alter bin ich raus, und eigentlich ist es mir auch zu teuer“, sagt Oliver.
Für Jens und Simon, beide 14, ist der Friedrich-Ebert-Platz ein einziges El Dorado. Die vielen Fahrgeschäfte – „die müssen ja alle mal ausprobiert werden“, sagt Jens mit großen Augen. Und da stehen die beiden vor ihrem Hauptproblem: Das Kirmesgeld, das ihnen die Großeltern gegeben hatten, war am späten Samstagnachmittag ebenso aufgebraucht wie große Teile des monatlichen Taschengeldes.
Ihr Tipp für Kirmesbesucher ist der „Flash“, eine Art Riesenschaukel, bei der man über Kopf gedreht wird. Am Kö und auf dem Altmarkt gab es auch für die Größeren ein Unterhaltungsprogramm mit vielen Bands. Am Altmarkt hatten die ansässigen Gastronomen das Programm organisiert. Dort gibt es heute und morgen „Greatest Hits und Schlager“ mit der Moerser Legende Achim Frank. „Es kommen die gleichen Leute, die wir auch sonst begrüßen“, meint Stipe Mabzar, Geschäftsführer des „Extrablatt“.
Obwohl das Volksfest am Samstag und Sonntag ruhig und unbeschwert verlief, war der Unfall vom Freitag für viele ein Thema. Eine Elfjährige war nach dem Besuch des Fahrgeschäfts „Höllen-Taxi“ mit dem Fuß zwischen Wagen und Schiene gekommen. Dieser wurde dabei fast abgetrennt. „Schrecklich“, meint Gisela Friedrich. Seit Jahren kommt sie zur Moerser Kirmes und kann sich noch genau an den Unfall von 1990 erinnern. „Man betet dann immer, dass das keinem passiert, den man kennt“, sagt sie.
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