Moers: Kirmesunfall: Fuß musste amputiert werden
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Moers (RPO). Michael Senk hat die Bilder noch plastisch vor Augen. Auch nachts, wenn er schläft, träumt er von dem schlimmen Unfall am Freitagabend. "Obgleich ich weiß, dass wir als Betreiber keine Schuld haben, frage ich mich, wie ich den Unfall hätte verhindern können", sagt der schockierte Inhaber des Fahrgeschäfts "Höllentaxi". Wie berichtet, war kurz nach Kirmes-start ein elfjähriges Mädchen am Ende der Fahrt zu früh aufgestanden, gestürzt und von den nur noch etwa drei km/h schnellen Gondeln mitgeschleift worden. Gestern teilte der Vater des Kindes mit, dass der Fuß abgenommen werden musste.
Kripo und TÜV untersuchten das Fahrgeschäft noch am Freitag und gaben es bereits am Abend wieder frei. Technisch ist alles in Ordnung, auch das Personal hat keinen Fehler begangen. Hätte ein Sicherheitsbügel verhindern können, dass das Kind zu früh aufstand? Die Betriebserlaubnis sieht für dieses Karussell keine Bügel, wie man sie von anderen Kirmesfahrgeschäften kennt, vor. "Weil die Gondeln während der Fahrt nach innen geneigt sind, müssen Bügel nicht sein", erklärt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. "Aufstehen kann man während der Fahrt nur unter hohen Kraftanstrengungen."
Würden sich Unfälle am Höllentaxi häufen, wäre das Gerät also objektiv zu gefährlich, würde dies der Arbeitskreis "Fliegende Bauten" registrieren und fordern, dass sämtliche baugleichen Fahrgeschäfte nachgebessert werden müssen. Ritter stimmt mit Senk überein, dass eigentlich wenig Unfälle auf Jahrmärkten geschehen. Umso bedenklicher findet es Senk, dass bereits im November 2009 ein Mann auf der Kirmes in Hochheim/Hessen aus dem Höllentaxi herausgeschleudert und verletzt wurde. Er kann das Fahrgeschäft kaum sicherer machen: Bei der nächsten Station wird er die Haltelinie am Karussellrand nach hinten verlegen, so dass das Publikum weiter weg steht. Mehr auf Seite A 3
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