Kamp Lintfort: Klassik pur im Kloster
VON PETRA RIDERER-SITTE - zuletzt aktualisiert: 28.11.2006Kamp Lintfort (RPO). Einmal im Jahr zeigen die Schüler der Kamp-Lintforter Musikschule, was sie gelernt haben: Ob Klaviersolo, barocke Flötenmusik oder Klarinettenquintett – im Kloster Kamp gab es für jedes Ohr das Passende zum Lauschen.
Einmal im Jahr bietet die Musikschule Kamp-Lintfort ein Klassik-Event, diesmal stand die traditionelle Veranstaltung unter dem Motto „Klassik pur“. Ganz bewusst war der kammermusikalische Abend im Rokokosaal des Klosters Kamp nicht mit „Schülern und Lehrern“, sondern mit „Musikern“ der Musikschule angekündigt. „Irgendwie bleiben wir doch alle immer Schüler“, erklärte Musikschulleiter Martin Begall, der das Klassik-Event bewusst nur einmal jährlich anbietet, um so die Bedeutung der Veranstaltung zu unterstreichen.
Telemann und Zeitgenössisches
Die Musikschule
Ensembles Akkordeon, Blechbläser, Blockflöten, Gitarren, Streicher und Musical-Ensemble
Elementarfächer Musikalische Früherziehung, Musikalische Grundausbildung, Musikzwerge & Musikspatzen
Adresse Friedrich-Heinrich-Allee 24, Kamp-Lintfort, Tel. 0 28 42/2 019, www.KampLintfort.Musikschule.net
Das Programm des Konzerts war vielfältig: Von Bach und Telemann über Schubert und Schumann bis zu zeitgenössischer Musik war für jeden musikalischen Geschmack etwas geboten, mit immer wieder anderen Musikern und auf immer wieder anderen Instrumenten. „Klassik pur“ vom Klaviersolo bis zum Klarinettenquintett. So durften sich die Klavierliebhaber über einen gelungenen Auftakt mit Robert Schumanns „Fürchtenmachen“ freuen, über Schiwanows originellen „Scherz op. 3/3“ und später in der anspruchsvollen zweiten Konzerthälfte über das hervorragend gespielte Bach-Werkpaar Präludium und Fuge Es-Dur und Schuberts populäres As-Dur-Impromptu.
Für die Freunde gefühlvollen Gesangs gab es „Batti batti“ aus Mozarts Oper Don Giovanni und „Caro nome“ aus Verdis Rigoletto. Saitenweise Wohlklang präsentierten die Gitarren mit Robinsons „Plaine Song“, Wanders „Goodbye Waltz“ und – mal im Trio, mal im Duo – mit temperamentvollen Tanzrhythmen von Borner und Piazzolla.
Für stimmungsvolle moderne Klänge sorgten Altsaxophon und Trompete, während die barocke Flötenmusik mit einer sehr schön phrasierten Telemann-Sonate dargestellt wurde. Duos für Querflöte/Klavier und Geige/Klavier rundeten die Programmvielfalt harmonisch ab. Der herzliche Applaus der Zuhörer im gut gefüllten Saal belohnte die Musiker für ihre Interpretationen, von denen jede ihren ganz eigenen Reiz hatte und tröstete auch über den einen oder anderen noch nicht so ganz gelungenen Ton hinweg.
„Was mich am meisten beeindruckte“, zog Musikschulleiter Martin Begall sein positives Resümee, „war die Einstellung der Jugendlichen zu diesem Klassik-Event. Denn die professionelle Vorbereitung bedeutete ja für alle viel Arbeit. Und das finde ich einfach toll, dass diese Bereitschaft da ist. Nur so kann ein solches Konzert gelingen.“
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