Neukirchen-Vluyn: Knöllchen-Ärger an der Halde
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 17.01.2009Neukirchen-Vluyn (RPO). Das Ordnungsamt der Stadt Neukirchen-Vluyn verteilte am Wochenende auf dem Parkplatz am Fuße der Halde Norddeutschland Verwarngelder. Die Stadt will Rettungswege freihalten und Fußgänger schützen.
Zusätzliche Parkplätze
Der Regionalverband Ruhr (RVR) als Träger und Eigentümer der Halde hat im vergangenen Jahr im Bereich hinter der Schrank entlang der Bankette 140 Parkplätze neu geschaffen. Wegen des großen Andrangs von Besuchern sollen in diesem Jahr weitere Parkplätze geschaffen werden.
Einen dicken Hals hatten am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher, die nach einem Besuch auf der Halde Norddeutschland zu ihrem Auto zurückkehrten und an der Windschutzscheibe ein Knöllchen des Ordnungsamtes vorfanden. Dieses Vorgehen sei reine Abzocke, machten Betroffene ihrem Ärger Anfang der Woche bei der Bürgerinformation im Bergheim des SuS Rayen Luft. Gerade an Wochenenden, wenn viele Besucher von Auswärts zur Halde kommen würden, sei das Verteilen von Knöllchen geradezu instinktlos. Die Stadt werbe mit der Himmelstreppe und der begrünten Halde als Attraktionen für Wanderer, Mountain-Biker, Jogger und Nordic Walker. Wenn dann Verwarngelder an die "Touristen" verteilt würden, erreiche man genau das Gegenteil.
Info-Zettel verteilt
"Je nach Wetter ist die Halde ein Anziehungspunkt für Besucher aus der gesamten Region. Bereits seit dem Frühjahr bittet das Ordnungsamt über Presseveröffentlichungen die Autofahrer darum, nicht die Rettungswege zuzuparken. Falschparker wurden mit einem Informationsblatt, der unter die Scheibenwischer ihrer Fahrzeuge gesteckt wurde, davon in Kenntnis gesetzt, dass sie ihre Autos so nicht abstellen dürfen. Auf die Verhängung von Verwarngelder wurde damals verzichtet", sagt Hans-Willi Pergens, Pressesprecher der Stadt Neukirchen-Vluyn. Diese Aktionen der Stadt seien jedoch ohne Wirkung auf die Autofahrer geblieben. Nach wie vor werde vor dem Eingang zur Treppe geparkt. Am vergangenen Wochenende habe man nur Falschparker auf der direkten Zufahrt zur Halde, also auf dem Stück von der Geldernschen Straße zum Haldenaufgang, verwarnt.
Es sei auch darum gegangen, die vielen Familien, die mit Kindern und Schlitten unterwegs gewesen sein, zu schützen. Falschparker auf der Geldernschen Straße seien nicht verwarnt worden. Insgesamt seien am 6. Januar 16 und am 10. Januar 27 Knöllchen verteilt worden.
"Der Bereich vor der Treppe soll Rettungskräften zur Aufstellung dienen. Vor diesem Hintergrund und dem monatelangen Vorgehen durch das Verteilen von bloßen Hinweiszetteln sahen wir uns gezwungen, ordnungsrechtlich vorzugehen, um wenigstens diesen Bereich freizuhalten", so der Beigeordnete Paul-Georg Fritz jetzt in einer Pressemitteilung.
"Ich kann mir vorstellen, wie die Reaktionen aussehen, wenn oben auf der Halde etwas passiert und die Rettungskräfte nicht schnell genug an den Unfallort gelangen, weil die Zuwege durch parkende Fahrzeuge versperrt sind", sagt Pergens. Im übrigen seien auch am vergangenen Wochenende im hinteren Bereich des Parkplatzes noch reichlich Parkplätze frei gewesen.
Die Schranke am Ende des regulären Parkplatzes werde nämlich bei großem Andrang geöffnet, so dass auf diesem Wege weitere Parkplätze geschaffen würden. Es sei nachvollziehbar, dass nach dem Schneeballprinzip viele Autofahrer ihre Wagen dort abstellen würden, wo schon andere Fahrzeuge geparkt seien. Motto: "Wenn der da parkt, dann darf ich das doch auch".
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