Moers: Konkurrenz belebt das Geschäft
zuletzt aktualisiert: 10.04.2007Moers (RPO). Erstmals ist die Düsseldorfer Brauerei Frankenheim Pfingsten beim Moers-Festival als Sponsor mit im Boot. Klaus Westerhaus, Geschäftsführer von Frankenheim, sieht dieses Engagement als richtigen Schritt, um als Marke in Moers weiter Fuß zu fassen.
Die Düsseldlofer Altbierbrauerei Frankenheim ist beim Moers-Festival erstmals als Sponsor mit dabei. Über dieses Engagement und die weiteren Pläne von Frankenheim mit Blick auf Moers sprach RP-Redaktionsleiter Dirk Möwius mit Klaus Westerhaus, dem Geschäftsführer von Frankenheim.
Frankenheim unterstützt in diesem Jahr erstmals das Moers-Festival? Wie kommt es zu dieser Zusammenarbeit?
Westerhaus Frankenheim hat sich durch Engagements bei vielen regionalen Event – Engagements einen guten Namen aufgebaut. Altbier und Jazz passen ja unserer Meinung nach auch gut zusammen. So ist man an uns heran getreten. Die Chemie passte sofort und wir waren uns hinsichtlich der inhaltlichen Umsetzung schnell einig. Gemeinsam mit Warsteiner werden wir nun unseren Teil dazu beitragen, dass dieses Festival für Moers wiederum ein Erfolg wird. Ein richtiger Schritt für uns, um als Marke in Moers weiter Fuß zu fassen.
Frankenheim
Sitz 1873 von Heinrich Frankenheim in Düsseldorf gegründet. 1991 Umzug nach Neuss mit neuem Brau- und Abfüllkomplex. Die Brauerei gehört zur Warsteinergruppe.
Produkte Frankenheim Alt, Frankenheim Blue (Altbier-Cola-Mix) und Frankenheim Lemon (Altbier-Limetten-Mix).
Wachwechsel Seit 1. Juli 2005 führt Klaus Westerhaus die Geschäfte. Der Gelderner war zuvor über 20 Jahre lang bei Diebels in Issum tätig – zuletzt ebenfalls als Geschäftsführer.
Bisher sind Sie in Moers und Umgebung ja nicht besonders präsent.
Westerhaus Für Moers ist das noch zutreffend, für die Umgebung wohl nicht. Beispielsweise sind wir im Duisburger Innenhafen in guten Gastronomieobjekten, wie das „Mississippi“ oder in der „Küppers Mühle“ vertreten. Nicht zuletzt durch unser Engagement bei Borussia Mönchengladbach kommen wir im niederrheinischen Raum sehr gut voran. Monatlich wachsen wir nun schon seit einiger Zeit um ca. 50 Objekte. Es gilt nach wie vor die Binsenweisheit, dass starke Wirte starke Marken suchen. Da wollen wir gerne dabei sein und die Markenvielfalt der Moerser Gastronomie sinnvoll ergänzen.
Das heißt, dass auch weitere Engagements bei Moerser Veranstaltungen möglich erscheinen. Man hört, Sie seien auch am Parkfest interessiert?
Westerhaus Als regional aufgestellte Spezialitätenbrauerei fühlen wir uns der Region mit ihren Stadtfesten und Vereinen verpflichtet. In der Tat gibt es Gespräche. Und wir schließen auch weitere Engagements nicht aus. Beispielsweise haben Sie Moers ein erfolgreiches Ballonfestival und wir einen wunderschönen Heißluftballon....
Vor Jahren warb der Moerser Kabarettist Hanns Dieter Hüsch für Frankenheim. Erinnert man sich im Hause noch an diese Zeit?
Westerhaus Sicherlich, sehr gern sogar. Die „Tach-zusammen-Kampagne“ war sehr erfolgreich. Durch Hanns Dieter Hüsch haben wir den Niederrhein verstehen gelernt. Und sein Kochbuch „Essen kommen!“ aus der Zeit dieser Aktion, von dem wir leider nur noch wenige Exemplare haben, erfreut sich bei uns größter Beliebtheit. Wäre natürlich schön, wenn man in Zukunft in Moers am Rande des Hanns-Dieter-Hüsch Platzes auch ein leckeres Frankenheim trinken kann. Hüsch hätte sicherlich ein Lächeln dafür übrig, wenn unsere Marke in Moers weiter Fuß fassen würde.
Nun ist Moers als Stadt im Altbierkerngebiet zwischen Issum und Düsseldorf doch auch spürbar eine Hochburg der Pilstrinker geworden. Was macht Sie so optimistisch, mit der Sorte Alt auf diesen Markt zu gehen?
Westerhaus Hier muss man wohl ein wenig differenzieren. Frankenheim ist seit der Gründung der Brauerei im Jahre 1873 lupenreiner Altbierspezialist und hat sich seit dieser Zeit zur zweitgrößten Marke im Altbiersegment kontinuierlich hoch gearbeitet. Wir kommen also nach Moers mit dem besten was wir haben, unserem Produkt. Die Wertschätzung für unsere Marke ist dabei anerkannt hoch. Viele sehen uns als den qualitativen Marktführer. Die Sortenschwäche beim Alt liegt doch auch mit Verlaub darin begründet, dass der Marktführer Diebels wenig zur Stärkung der Sorte investiert. Insofern ist die Sortenschwäche doch wohl eher eine Markenschwäche. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Das gilt zum einen für den Biermarkt, zum andern aber auch für die Gastronomie. Insofern wäre es nur folgerichtig und gut, wenn sich der eine oder andere Gastronom in seinem Angebot vom Wettbewerber unterscheidet und bewusst andere Wege geht. Mehr Vielfalt beim Angebot würde also sicherlich für die Sorte Alt belebend wirken.
Wie sieht das der Moerser Fachhandel?
Westerhaas Ich kann Ihnen versichern, dass der kompetente ortsansässige Fachgroßhandel darauf eingerichtet ist. Darüber hinaus würden wir einen gemeinsamen Schulterschluss aller Altbierbrauer begrüßen, um auf einer gemeinsamen Plattform wieder mehr für die Sorte zu tun. Die Rahmenbedingungen sind dafür gar nicht mal so schlecht. Altbier ist ein regionales Kulturgut, das einfach zur Region gehört. Seit der erfolgreichen WM im vergangenen Jahr ist ein Trend zur Heimat und zur Region erkennbar, was sicherlich auch der heimatlichen Spezialität gut tun kann.
Sie gelten ja in der Branche als ausgewiesener innovativer Gastronomiefachmann. Welche Innovationen hat denn Frankenheim im Angebot?
Westerhaus Die allermeisten Altbierbrauer haben ihre Wurzeln in einer Hausbrauerei. So auch Frankenheim. Insofern ist hier die Gastronomiekompetenz im Laufe der Jahrhunderte gewachsen. Wir verfolgen bei Frankenheim im Moment drei Konzeptlinien: Zum einen bringen wir seit geraumer Zeit mit außerordentlich großem Erfolg Stichfassorientierte Konzepte auf kleinstem Raum in frequenzstarken Lagen auf den Markt. Zum zweiten realisieren wir in geigneten Lagen bzw. Standorten im Einklang mit den spezifischen Gebäudeanforderungen eine ausgesprochen junge und lebendige Gastronomie, wie das Bateau am Düsseldorfer Rheinufer oder auch die Rockkneipe Engels in der Düsseldorfer Altstadt. Zum dritten gibt es – wohldosiert und gezielt – dann die Markenspezifischen Flaggschiffe in Form von historischen Brauhäusern. Hier seien als Beispiele genannt das Stammhaus an der Wielandstraße in Düsseldorf oder aber das Schiffchen in der Altstadt oder das Voigthaus in Neuss.
Wäre das nicht auch etwas für das leer stehende Moerser Brauhaus?
Westerhaus Nach meinem derzeitigem Kenntnisstand ist das Brauhaus in Eick ein sehr interessantes Objekt mit gutem Entwicklungspotenzial. Somit also grundsätzlich für ein Frankenheim-Flaggschiff geeignet, wenn denn die Rahmenbedingungen passen. Interessenten, die sich dieser Aufgabe gewachsen sehen, können gerne mit uns Kontakt aufnehmen und unsere Innovationskraft fordern..
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