Kamp-Lintfort: Konzept mit Sparpotenzial
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 25.06.2008Kamp-Lintfort (RPO). An der umgestalteten Abgabestelle Oststraße in der Kloster- und Bergbaustadt wird das neue Abfallkonzept der Stadt Kamp-Lintfort bereits umgesetzt. Bis über 40 Prozent Ersparnis ist für den Bürger möglich.
Öffnungszeiten
An der Oststraße können Hausmüll- Gartenabfallsäcke gekauft werden. Für den Kauf von Windelsäcken ist eine Bescheinigung von der Abfallberatung nötig. Die Annahme ist geöffnet montags bis mittwochs 7 bis 15.15 Uhr, donnerstags 12.30 bis 18 Uhr, freitags 12.30 bis 13.45 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr. Infos unter Tel. 0 28 42 91 23 13
Am städtischen Betriebshof ASK Kamp-Lintfort ist Bewegung. Im Privatwagen wird Sperrmüll angefahren, die Reste der letzten Kücheneinrichtung landen unter der Walze, Altpapier wird in den nächsten Containern geworfen. Die Abfallannahme an der Oststraße, jetzt direkt neben Aldi, ist neugestaltet. Pünktlich zum 1. Juli stellt die Stadt Kamp-Lintfort ihr Abfallentsorgungskonzept um. Die Müllgebühren spürbar zu reduzieren, „ist im Dezember im Rat beschlossen worden“, meinte dazu Dr. Christoph Landscheidt.
Testphase
Zwar gelten die nächsten Monate noch als Testphase, doch schon jetzt sprechen die Zahlen für sich. „Die mögliche Reduzierung der so genannten zweiten Miete um über 40 Prozent ist zu schaffen“, meinte Landscheidt und erläutert dazu eine Beispielrechnung. Ein Vier-Personenhaushalt benötigte als kleinste Einheit bisher ein 120-Liter-Gefäß. Bei dreiwöchigem Leerungsrhythmus betrug die Jahresgebühr 242,32 Euro. Nach dem neuen Konzept schlägt eine 80-Liter Mülltonne bei vierwöchiger Leerung mit einer Jahresgebühr von 138,16 Euro zu Buche. Ersparnis: 104,16 Euro pro Jahr.
Landscheidt bezeichnete das neue Konzept als komfortables Angebot, das durchaus die individuelle Situation des Bürgers berücksichtigt, allerdings auch auf seine Mitarbeit setzt. Eingeschränkt ist das Angebot bei der Abholung von Sperrmüll, Altmetall und Elektro- und Elektronikgeräten, da der Abholdienst nicht gleichermaßen in Anspruch genommen wurde. Vielmehr finanzierte die Allgemeinheit über die Zahlung der Müllgebühr die Mehrfachnennung anderer Bürger. Das jetzige System soll daher für mehr Gerechtigkeit sorgen. Der Abholrhythmus wird auf acht Wochen gestreckt. Kostenlos kann der Bürgern diese Abfälle beim städtischen Betriebshof abgeben.
Neu ist auch, dass der Bürger den Tausch der Abfallgefäße selbst bezahlt. Die Stadt erhebt mit dem Steuerbescheid dafür eine Gebühr von 15 Euro. Die Erstausstattung eines Haushaltes hingegen ist kostenfrei wie auch der Tausch von defekten Tonnen. Hausmülltonnen mit dem grauen Deckel werden wöchentlich nur noch dienstags, mittwochs und freitags geleert. Der Abfallkalender mit dem Straßenverzeichnis gibt dazu Auskunft. Für Mülltonnen in Evonic-Wohnanlagen werden Sammelplätzen am Abfuhrtag eingerichtet. Wer vergisst, die Tonne rauszustellen, muss entweder bis zur nächsten Abfuhr warten oder die Kosten für die zusätzliche Leerung zahlen.
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