Neukirchen-Vluyn: Konzertgala in Vluyn begeistert das Publikum
zuletzt aktualisiert: 08.04.2008Neukirchen-Vluyn (RPO). Warum geht der moderne Mensch ins Konzert? Auf diese Frage gab es in der fast ausverkauften Kulturhalle Neukirchen-Vluyn eine Antwort: „Weil die Sparkasse eingeladen hat, und bei der Sparkasse wissen wir, dass es gut ist.“ So erklärte es der Tenor Stefan Lex, ein Multitalent der Extraklasse, das gut gelaunt und mit frechem Witz durch ein Galakonzert mit Highlights aus Operette, Oper und Film führte. Präsentiert wurde die Hitparade vom Ensemble Pomp-A-Dur.
Pomp-A-Dur, das sind hochkarätige Künstlerinnen, die sich mit ihrer Symbiose aus Eleganz, Virtuosität und unverwechselbarem Klang einen besonderen Namen gemacht haben. Der Name ist dabei Programm: Mit ihren aufwändigen Kostümen sorgen die Musikerinnen für mondänen Pomp – und das in der „frischen, fetzigen Tonart A-Dur“. Das Programm ließ auch keine Wünsche offen: Angefangen mit Rösslers „Grastuno bal“ über Verdi, Schrammel, Lehár, Noack und Monti bis zum „italienischen Salat“ als delikates Finale reihte sich Hit an Hit, gewürzt mit Witzen über die Ehe, die Emanzipation und das Leben im allgemeinen. Stefan Lex ließ kaum einen Kalauer aus, wenn es darum ging, das Publikum zu erheitern - immer getreu seiner Maxime „Augen zu und durch“. Nur so, versicherte er mit einem Augenzwinkern, könne er es als Hahn im Korb inmitten der vielen hübschen Damen aushalten. Zwischendurch schmetterte der Tenor mit schmelzendem Charme Hits wie „La donna è mobile“, kraftvoll bis zum höchsten Ton und mit schier müheloser Eleganz.
Der stimmliche Kontrast kam aus Wuppertal, „der Stadt der Messer, der Magnetschwebebahn und der hohen Regendichte“: Christiane Linke, ein aufgehender Stern am Sopranhimmel, begeisterte die Zuhörer mit ihrer hellen und angenehm klaren Stimme. Das heitere Duett „Niemand liebt dich so wie ich“, war ein Höhepunkt des Abends, neben dem „Schwan“ aus Camille Saint-Saens Karneval der Tiere, den Cellistin Insa Schirmer so hinreißend elegant über die Bühne schweben ließ, souverän begleitet von Sigrid Althoff, die anschließend mit Claude Debussys „Dr. Gradus ad Parnassum“ pianistische Brillanz demonstrierte. Ob in „Wien bleibt Wien“ oder im Zigeunerreigen, in Heinzelsmännchens Wachparade oder im Czadras – Pomp-A-Dur bot beste Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die unterschiedlichen Schattierungen des Programms, vereint mit kulinarischen Delikatessen in der Pause, bescherten dem Publikum einen höchst unterhaltsamen und angenehmen Abend, der begeisterten Beifall erntete.
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