Neukirchen-Vluyn: Kulturhalle bald ohne Pächter
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009Neukirchen-Vluyn (RPO). Wolfgang Tresnak und Evelyn Stopka-Tresnak: "Unter diesen vertraglichen Bedingungen machen wir nur Defizit". Bürgermeister Bernd Böing: "Die Halle soll wieder zur guten Stube der Stadt werden".
"Hier wurde nur Geld verbrannt und nichts verdient", sagen Wolfgang Tresnak und Evelyn Stopka-Tresnak. Die Pächter der Kulturhalle in Vluyn haben am Dienstag den Auflösungsvertrag zum 30. April unterschrieben. Die Rahmenbedingungen des Pachtvertrages seien die Hauptgründe für das Scheitern der Zusammenarbeit mit der Stadt gewesen. Zahlreiche Vereine haben ihrem bisherigen Veranstaltungsort den Rücken zugekehrt, weil ihnen die Saalmiete zu hoch war und sie auch sonst nicht mit dem Pächter-Ehepaar klar kamen. So hat sich der Museumsverein im evangelischen Gemeindezentrum getroffen, und die Neukirchen Vlü Ka Ge ist in den Klingerhuf umgezogen. Lediglich die Blau-Weißen Funken feiern in der Kulturhalle.
"Ein Lehrstück"
Evelyn Stopka-Tresnak beschreibt die drei Säulen ihrer Arbeit: Die meist defizitären Kulturveranstaltungen, die Veranstaltungen der Vereine, die die Halle zu einem kleinen Kurs bekämen, und die Veranstaltungen von Unternehmen, die die Räumlichkeiten für Tagungen und Treffen zu Preisen von 750 Euro und mehr mieten würden. "Ein Hauptknackpunkt ist die Tatsache, dass viele der 30 Kulturveranstaltungen am Wochenende über die Bühne gehen. An Wochenenden würden wir die Halle aber auch gerne an Hochzeitsgesellschaften, für die Feier von großen Geburtstagen oder Jubiläen vermieten", sagt die Pächterin. Für sie und ihren Ehemann sei die Zeit in Vluyn ein Lehrstück gewesen. Unter besseren Bedingungen würden sie weitermachen, sagen sie. Bei den Fraktionen sei inzwischen ein Sinneswandel festzustellen. Einige Ratsmitglieder hätten Verständnis für ihre Situation gezeigt.
"Die Pächter wussten, worauf sie sich einlassen würden. Um die Verpachtung der Kulturhalle hatten sie sich mit einem Konzept beworben, das sie nicht umsetzen konnten. Daher war für uns der Auflösungsvertrag der richtige Schritt", so Bürgermeister Bernd Böing. Der Rat muss den Vertrag nicht absegnen, es handelt sich um eine Sache der Verwaltung. Jetzt soll die Verpachtung der Kulturhalle neu ausgeschrieben werden. "Mit veränderten Rahmenbedingungen, damit auch die Vereine wieder dort feiern können. Die Kulturhalle soll wieder zur guten Stube der Stadt werden", so Böing. Mit Hochdruck werde zurzeit an einem neuen Konzept gearbeitet. Die Stadt wolle auch Einfluss auf die Saalmiete nehmen, betonte auch der Beigeordnete Paul-Georg Fritz. Möglichst nach der Sommerpause sollen die neuen Pächter ihre Arbeit aufnehmen.
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