Moers: Kunst wird eingegittert
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 28.09.2010Moers (RPO). Verkehrssicherheit trifft auf Kreativität, und zwar am Jungbornpark. Die Gruppe KUHnst ist nicht gerade begeistert davon, dass ihre Installationen am Repelener Meer teilweise mit Sicherheitsgittern abgeschirmt werden.
Is' das Kunst oder kann das weg? – so nennt Mike Krüger sein neuestes Programm. Vermutlich würde der Komiker dieselbe Frage stellen, wenn er im Jungbornpark am Ufer des Moersbaches beziehungsweise des Repelener Meeres stehen würde. Zwar heißt das dort umgesetzte Projekt "Kunst am Wasser", doch zumindest die blau gekachelte Treppe sieht derzeit nicht wirklich nach Kunst aus. Ein provisorischer Bauzaun schirmt das Bauwerk ab. "Das war so nicht gedacht", sagt Peter Busch von der Gelderner Künstlergruppe KUHnst. Die Treppe sollte zugänglich sein, ins Wasser führen, ansonsten ginge doch der künstlerische Aspekt verloren.
Durch alle Gremien gegangen
Gleich daneben schwebt über dem Wasser eine "Kapelle" aus einem alten Kessel mit Türmchen. Auch dieses Kunstwerk ist eingezäunt, mit einem fest installierten Gitter. "Auch dies war als offene Geschichte gedacht", erzählt Busch. "Ich war so oft in Moers, um die Sache bei Ortsterminen zu besprechen", ärgert er sich. "Das ist doch durch alle Gremien durchgegangen." Im Frühjahr, zur Eröffnung des Barfußpfades, hatte die Gruppe KUHnst die Installation "Kunst am Wasser" angefertigt. Von Busch selbst stammt die Wasserkapelle. Die Treppe hat Peter Strege aus Dortmund angefertigt. Weiterhin zur Gruppe gehören Odo Rumpf und Rainer Lichtenscheidt. Der Kölner Künstler Rumpf hat Kleidungsstücke auf einem Mauerstück drapiert. Eine geschlitzte Wand aus Stahl von Rainer Lichtenscheidt aus Neuss soll an die Astlöcher der damaligen hölzernen Badekabinen oder im Zaun von Felkes Luftbad erinnern.
Stahlwand und Kleidungsstücke sind aus sicherheits-technischer Sicht unbedenklich. "Aber die Kapelle musste im Zuge der Verkehrssicherungspflicht eingezäunt werden, damit dort niemand ins Wasser fällt", erklärt der städtische Pressesprecher Klaus Janczyk. Und an der Treppe soll nun ein Sicherheitsgeländer, also eine Art Handlauf, installiert werden – wenigstens muss dieses Kunstwerk nicht komplett eingegittert werden.
Die Umgestaltung des Jungbornparks hat mit Musikpavillon, Licht-Luft-Hütte, Barfußpfad und Kunst am Wasser rund 400 000 Euro gekostet, wobei die Stadt Moers davon lediglich 12 000 Euro finanzierte.
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