Neukirchen Vluyn: Kutschenkorso zum Erntedank
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 02.10.2006Neukirchen Vluyn (RPO). Wenngleich die Nachbarstädte mit Riesensause und Shoppingmeile lockten, „sind die Vluyner und Neukircher treu“, stellte Hans-Peter Burs, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins fest. Bei warmem Herbstwetter wurde der Ortskern zum Erntedankfest voll. Den verkaufsoffenen Samstag nahmen die Besucher gerne wahr, um in Ruhe zu stöbern, alte Traktoren zu bestaunen oder herbstliche Deko- und Geschenkartikeln zu kaufen. Die Dorfkirche lud zum Schöpfungsgottesdienst ein.
Kulinarischer Genuss war ein absolutes Muss. Unter dem Motto „Niederrheinisches Fairgnügen“ präsentierten sich die Lokale Agenda und das Ökumenische Forum Agenda 21 mit Produkten vom Niederrhein. Obst- und Gemüsestände boten Erntefrisches und Kostproben. Typisches und Leckeres vom Niederrhein belebte das Thema Erntedank in besonderer Weise. In die herbstliche Bücherwelt ließen sich die jüngsten Gäste in der Bücherei von Vorlesepaten entführen. Barbara Lieb von der Stadtbücherei: „Die Idee ist gut angekommen.“
Mit Pott und Pann
Die Landfrauen zeigten sich mit Pott und Pann und einer Kochschau am Puls der Zeit. Bürgermeister Bernd Böing half auf der Bühne bei der niederrheinischen Kartoffelsuppe mit und erntete Lob von Margret Ueltgesforth, Vorsitzende der Rheinischen Landfrauenvereinigung. „Bei der Zubereitung war der Bürgermeister schnell und hat sich geschickt angestellt.“ Als besonderer Hingucker präsentierte sich am Nachmittag das Kutschenkorso, bei dem der Planwagen der Ortsbauernschaften die Erntekrone durchs Dorf fuhr. Organisiert vom Neukirchener Reiterverein Prinz Sigismund stellte ihr Vorsitzender, Dr. Markus Schneppenheim, die Kutschen samt örtlicher Prominenz sowie ein Husarenregiment vor.
Wilhelm Neckritz, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Rayen-Vluynbusch, überreichte die Krone für das Rathaus an Bürgermeister Böing. „Volle Regale im Supermarkt. Wofür soll man heute danken?“, fragte kritisch Neckritz bei der Übergabe. Viele Hände seien nötig, bis die Lebensmittel im Regal sind.
„Vor der Natur verspüren wir Ohnmacht, ein Grund mehr, sich auf die Schöpfung zu besinnen. Erntedank ist mehr als nur Folklore oder ein Marktgeschäft.“ Ilse Noetzel, Vorsitzende des örtlichen Landfrauenvereins, appellierte an die Verbraucher, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. „Haben Sie Vertrauen in unsere Produkte.“ Für die musikalische Unterhaltung sorgten das „Solinger Küchenorkester“, „Auf der Höhe“ und die Band „Livin‘ Sixties“.
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