Kamp-Lintfort: Liebe geht durch den Magen
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 17.10.2011Kamp-Lintfort (RP). Zum Auftakt der Niederrheinischen Märchenwoche gab es in der Niederrheinschule ein kulinarisches Erzählerlebnis. Die Gäste hörten unter anderem "Das widerspenstige Weib" und "Das kluge Gretel".
Märchen regen zum Nachdenken an. Wer ihnen genau zuhört, kann sich vielleicht in einer ähnlichen Situation darin wieder finden. Zum Auftakt der vierten Niederrheinischen Märchenwoche war auch ein Märchen von den wohl berühmtesten Schöpfern dieser Werke dabei. "Das kluge Gretel" von den Gebrüdern Grimm wurde von Annelie Meyer vorgetragen. Zusammen mit vier anderen Erzählerinnen bereitete die Emmericherin den rund 35 Gästen am Samstagabend in der Niederrheinschule ein kulinarisches Erzählerlebnis unter dem Motto "Liebe geht durch den Magen."
Sehnsüchte und Probleme
Dazu passte die Geschichte von der Haushälterin Gretel, die dem Essen ganz und gar nicht abgeneigt ist. Die Geschichte "Das widerspenstige Weib" aus Dänemark wurde von Angie Brauers erzählt. Als Kamp-Lintforterin der Erzählerinnenrunde, war sie die eigentliche Gastgeberin, denn die Märchenwoche findet in jedem Jahr in einer anderen Heimatstadt der niederrheinischen Erzählerinnen statt.
Beeindruckend war, dass alles auswendig vorgetragen wurde. "Wir erzählen die Märchen. Das ist die ursprüngliche Form der Wiedergabe", sagt Brauers. Märchen seien verdichtete Lebenserfahrung und absolut zeitlos. Sie beschrieben innerste Sehnsüchte und Probleme. Böten aber auch Lebenshilfe, soweit man bereit ist, sich darauf einzulassen. Bei Doris Baumann aus Rees stand im Märchen "Die blaue Rose" aus China die Liebe im Vordergrund. Linda Koutny als Straelen erzählte in der Geschichte "Die Teekanne" von Hans Christian Andersen vom durchaus sinnvollen und beglücktem neuen Leben einer alten Teekanne.
Die Xantenerin Christiane Strobl brachte "Die Raupe und der Olivenbaum" zu Gehör. Nach den Märchen wurden noch herbstliche Köstlichkeiten serviert. "Märchen sind etwas für die Seele", so Angie Brauers. Sie seien für Menschen von 0 bis 100 Jahren geeignet. Darum sei die Idee der Märchenwoche vor vier Jahren gewesen, mehr Menschen mit diesen Geschichten in Kontakt zu bringen und dabei etwas Gutes zu tun. Die Einnahmen des Abends kommen dem Verein ambulante Hospizarbeit Kamp-Lintfort zugute.
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