Moers: Löffel-Musik vorm AT
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 07.04.2008Moers (RPO). Der erste Samstag im Monat ist im Neuen AT inzwischen fest für die Auftritte von Straßenkünstlern reserviert. Diesmal sorgte die Kölner Gruppe Muschik am Hanns-Dieter-Hüsch für gute Laune und viel Musik.
Die Jungs sind sympathisch, lachen und machen ihren Spaß mit dem Publikum. Tingel am Kontrabass, Coco trägt Hut und spielt Geige, Oli Gitarre, und Richie sorgt mit seinen klappernden Holzlöffeln für packenden Rhythmus. Die schwarzen Löffel aus hartem Holz, das auch im Klarinettenbau verwendet wird, sind Marke Eigenbau. „Die Klangfarbe ist interessant“, meint Richie, der sich selbst Spoondoctor nennt und für Aufmerksamkeit sorgt, wenn er die beiden Löffel rhythmisch schnell auf seinem Oberschenkel klappern lässt.
Repertoire geht unter die Haut
Nächster Termin
Der belgische Straßenkünstler Jeroen Vendel tritt am Samstag, 3. Mai, von 14 bis 16 Uhr, als Anton van Dyck, flämischer Maler des 17. Jahrhunderts, auf. Van Dyck war Meisterschüler von Rubens. „Seine Ähnlichkeit mit dem Maler van Dyck ist verblüffend“, weiß Organisatorin Tabea Reiffert.
Das Repertoire der Kölner Gruppe Muschik ist breit gestreut und geht einfach unter die Haut. Da bleibt kaum ein Fuß ruhig, sondern wippt mit. Ein bisschen Folk, ein bisschen irisch, ein bisschen entspannte Musik mit bekanntem Sound. „Wir tingeln durch die Szene, spielen spontan in Kneipen oder auf öffentlichen Plätzen“, erzählen sie. Leben können die vier jungen Männer davon nicht, aber Lebensphasen wie Studium oder Dissertation gut überstehen.
Die Vier kommen in Moers an, wo sie im AT von Steffi Jaeger und Klaus Mettler aufgetreten sind. Zunächst im Inneren der Gaststätte, weil der regenreiche Samstag keine andere Spielstätte zuließ. Als danach jedoch der Himmel aufriss, packten sie ihre Instrumente und spielten zur Freude der Passanten draußen. Die blieben stehen und ließen sich von den gute-Laune-Rhythmen anstecken. Spontan gesellte sich auch Joe Kiki, ein weiterer Straßenkünstler, dazu. Da hatte selbst der Regen kurzzeitig keine Chance mehr.
Tabea Reiffert belebt mit verschiedenen Künstlern jeweils am ersten Samstag im Monat das Artistenbiotop, das sich am und im AT von Jaeger und Mettler angesiedelt hat. „Die Gruppe wurde mir empfohlen. Ein wirklich guter Tipp“, meint die Betreiberin einer PR- und Künstleragentur, die unter anderem auch Barry Gould oder Straßenkünstlerin Miss Minetti aus Rotterdam in die Grafenstadt holte. Dass die Gruppe Muschik wie die anderen Künstler ohne Gage „auf Hut“ spielte, gehört zu den Vereinbarungen. Der Terminplan mit weiteren Künstlerauftritten steht bereits, der bei den Passanten für Kurzweil sorgen wird.
Vor allem, wenn die Wetterturbulenzen des derzeitigen Frühjahrs abgeklungen sind, dürfte das kostenfreie Angebot für Vergnügen pur sorgen.
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