Moers: MaJo macht sich
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 17.08.2010Moers (RPO). In fünf Jahren läuft die Förderung durch das Programm "Soziale Stadt" aus. Doch schon heute zieht die Stadt für den Stadtteil Mattheck und Josefsviertel eine positive Bilanz. Auch die soziale Situation habe sich beruhigt.
Mattheck und Josefsviertel werden nie ein zweites Schwafheim, doch der Stadtteil befindet sich in einer guten Entwicklung. Diesen Aufwind stellt jemand fest, der es wissen muss: Michael Schmidt, Sozialentwicklungsplaner der Stadt Moers. Und Amar Azzoug vom Stadtteilbüro MaJo unterstreicht die positive Wende. Die Jugendhilfe konnte die Heimfälle von früher einmal 23 auf heute nur fünf senken. Die Zahlen der Arbeitslosen und Bezieher von Transferleistungen hat ebenfalls abgenommen.
Wartelisten für Mietergärten
Die extrem hohen Zahlen bei der Jugendhilfe waren der Auslöser, der das Viertel erneut in den Blick gerückt hat. Als Reaktion auf diesen "Höhepunkt" entstand eine Expertenrunde, die sich vor Ort umschaute. Vorgefunden wurde damals eine heruntergekommene Wohnsituation. Die Neue Heimat hat viel gebaut und später nicht mehr viel investiert. Ein Großteil der Häuser hat die Städtische Wohnungsbau übernommen und grundlegend saniert. Etwa die Häuser am Dresdner Ring, die 1968 erbaut wurden.
In den 90er Jahren wurden die Balkone ersetzt, 2000 gab es eine neue Wärmedämmung. Im Frühjahr dieses Jahres gab es für die Mieter der beiden Komplexe Dresdner Ring 12 bis 22 neue Mietergärten. Waren anfangs viele noch skeptisch, so sind sie heute alle vermietet. Es gibt bereits eine Warteliste mit weiteren Interessenten. Die Menschen im Viertel wohnen wieder gerne dort. Es ist ruhiger geworden, die Mieter bleiben länger, Aus- und Einzug sind seltener geworden.
Früh hat sich die Stadt um eine Förderung durch das Bund-Land-Projekt "Soziale Stadt" bemüht. 2004 wurden Mittel aus dem Fördertopf bewilligt. In der Folge entstanden das Stadtteilbüro, das heute auch Anlaufpunkt für die Bürgerinitiative MaJo aktiv ist, und das Bürgerschaftshaus an der Annastraße. Sichtbares Zeichen der positiven Entwicklung ist auch der Umbau der Rheinhausener Straße. Im November wird dort in der Bahnunterführung nach Asberg das abgeschlossene Projekt Kunst im Tunnel der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das "dunkle, gefährliche Loch" soll dann der Vergangenheit angehören. Heute hapert es im Viertel an der Nahversorgung durch Geschäfte. Rückschläge bedeuteten auch die Schließung der Sparkassen-Filiale und das Ende des Wochenmarktes. Die Stadt investiert weiter ins Viertel. So wird die Beleuchtung erneuert, was die Straßen nicht nur heller macht, sondern auch Strom kosten spart. Auch werden im Buschwerk Wildwuchs für Sichtschneisen zurückgeschnitten. Zum Kartoffelfest lohnt der Besuch.
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