Moers: Mandala als Zeichen für weibliche Gemeinschaft
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 11.04.2008Moers (RPO). Zur Ruhe kommen, sein Inneres finden, und seine Kräfte erwecken und bündeln, dafür gibt es viele Methoden, das Malen von Mandalas ist eine. Buddhisten nutzen die harmonische Form, die aus mehreren, um eine Mitte gruppierten Bildelementen besteht, schon seit Jahrhunderten als Meditationshilfe, und auch im Christentum sollte die Betrachtung der häufig noch an gotischen Domen zu findenden Rosette dem Betrachter zu inneren Einkehr verhelfen. In den beiden Stadtteilen Mattheck und Josefsviertel – besser bekannt als „Majo“ – wurde ein Mandala jetzt zum Zeichen für weibliche Gemeinschaft über verschiedene Kulturen hinweg.
In einem von der Moerser Multikulturinitiative „Der Bunte Tisch“ und dem Stadtteilmanagement „Majo“ durchgeführten Projekt haben in den letzten fünf Monaten acht Frauen aus sechs verschiedenen Geburtsländern unter der Leitung der Moerser Kunstpädagogin Sigrid Nikel-Bronner gemeinsam ein 1,20 mal 1,00 Meter großes, farbiges Mandala über das Frausein gemalt, das sie am Sonntag im Rahmen eines kleinen Stadtteilfestes der Öffentlichkeit vorstellen möchten. „Wir kannten uns alle vorher nicht, und hatten auch alle vorher noch nie gemalt“, erzählte die an dem Projekt beteiligte Deutsch-Türkin Birsel Saba am Donnerstag bei einem Pressegespräch in den Räumen des Majo-Stadtteilbüros, in der Leipziger Straße 5, „jetzt duzen wir uns alle.“ Die wöchentlichen Mal treffen haben den acht aus Armenien, Kasachstan, Russland, dem Iran, der Türkei und aus Deutschland stammenden Frauen nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern auch dazu beigetragen, dass man einander trotz aller Kulturunterschiede jetzt sehr viel besser versteht. „Manchmal konnte man während des Malens hier eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert haben alle gearbeitet“, erinnerte sich Sigrid Nikel-Bronner. „Ein anderes Mal wurde wiederum heftig geschwatzt, meistens in Deutsch und mit Händen und Füßen.“ Entstanden ist dabei eine fröhlich bunte Wasserfarbenblume, zu der jede Projektteilnehmerin mindestens ein gemaltes Blütenblatt beigetragen hat. Die Blütenmitte wurde dagegen von allen gemeinsam gestaltet.
Die multikulturelle Majo-Initiative des „Bunten Tisches“ wird demnächst mit einem neuen, weiblichen Kunstprojekt fortgesetzt. Diesmal sollen – wiederum unter der Leitung von Sigrid Nikel-Bronner – unter dem eigentlich eher als Kräuterbezeichnung bekannten Begriff „Frauenmantel“ sowohl körperlich als auch seelisch schützende Kunstwerke aus Stoff entstehen.
Interessierte können sich unter Tel. 02841 8853873 über Einzelheiten informieren. Die festliche Vorstellung des Mandalas zum Thema „Frausein im Majo“ findet am Sonntag, 13. April, ab 15 Uhr im, und bei guten Wetter auch vor dem Stadtteilbüro in der Leipziger Straße 5 statt. Dazu gibt es Musik und einen kleinen Imbiss.
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