Moers: Moers gegen Rechts
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010Moers (RPO). Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Moers, das Jugendkulturzentrum Bollwerk, das Schlosstheater und die VHS Moers - Kamp-Lintfort setzen mit einer Veranstaltungsreihe Signale gegen Rechtsextremismus, für Demokratie.
"Moers gegen Rechts" ist eine Veranstaltungsreihe zur Überwindung von Rechtsextremismus und zur Förderung von Demokratie. Hinter dieser etwas hochtrabenden Formulierung verbergen sich hochinteressante Angebote, die im Wesentlichen von Jugendlichen ausgedacht und vorbereitet wurden und auch eine jugendliche Zielgruppe im Blick haben. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, ein breit angelegtes kommunales Konzept gegen Rechtsextremismus zu entwickeln. 2008 hatte die Hooligan-Band "Hungrige Wölfe" die rechtsradikale Szene nach Moers gelockt.
Mit Vorurteilen spielen
Die Politik wollte dagegen ein Signal setzen. Eine Projektgruppe aus dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt, dem Bollwerk 107, der VHS und dem Schlosstheater holte Jugendliche ins Boot. Für Vera Breuer vom Jugendbüro der Stadt liegt darin auch der eigentliche Wert des Moerser Signals: Junge Erwachsene und Jugendliche wurden gewonnen und für das Thema sensibilisiert.
So soll in den Herbstferien im Bollwerk eine deutsch-türkische Theatersoap entwickelt und einstudiert werden, die dann als Straßentheater auf dem Wochenmarkt in Moers aufgeführt wird. Dabei wird hemmungslos mit Klischees und Vorurteilen gespielt. Ein Jugendkongress am 15. November will Jugendliche motivieren, gegen rechtsextreme Haltungen, Personen und Institutionen engagiert und kompetent Positionen zu beziehen. Dr. Thomas Pfeiffer vom Verfassungssschutz NRW wird über die rechtsextreme Szene referieren. In Workshops sollen Methoden vorgestellt werden, mit denen Rechtsextremen das Wasser abgegraben werden kann.
Kein Eingewächs ist die Ausstellung Opfer rechter Gewalt im Gymnasium in den Filder Benden. Der Verein Opferperspektive Potsdam hat für die Ausstellung 136 Fälle dokumentiert, wo zwischen 1990 und 2005 Menschen Opfer rechter Gewalt wurden. Für diese besonders eindrucksvolle Ausstellung, die keine leichte Kost bietet, sollen jugendliche Ausstellungsbegleiter gesucht werden, die Gruppen durch die Ausstellung leiten.
Für Jugendliche wie für Erwachsene hat die VHS zwei Vorträge organisiert: Am 26. Oktober wird der Journalist Olaf Sundermeyer, der seit Jahren im rechtsextremen Milieu recherchiert, über die NPD berichten. Am 2. November wird der Kölner Kultursoziologe Prof. Dr. Wolf-Dietrich Bukow am Beispiel der Kalker Revolte über den Kampf gegen Rassismus in multi-ethnischen Stadtteilen sprechen.
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