Moers: Moers geht ein Licht auf
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 19.09.2007Moers (RPO). Endlich habe auch die Grafenstadt sein helles Licht bei Nacht, freute sich Bürgermeister Ballhaus bei der Inbetriebnahme von Otto Pienes Grubenlampe. Überall in der Region erinnern solche Landmarken an den Bergbau.
Mit Musik
Die Feierlichkeiten am Montagabend wurden zudem noch musikalisch vom Werksorchester Rheinpreußen, den Knappenchören Rheinland, Friedrich Heinrich und Homberg sowie dem MGV Concordia des Bergwerks Lohberg begleitet.
Wer hätte gedacht, dass ein Kunstwerk so viel Aufmerksamkeit finden würde? Gut Tausend Menschen ließen es sich am Montag trotz des nasskalten Wetters nicht nehmen, die Inbetriebnahme der von dem Künstler Otto Piene geschaffenen, riesigen Grubenleuchte auf der Rheinpreußenhalde zu besuchen. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn konnte der Shuttle-Service, der die Besucher vom Sasol-Parkplatz zur Halde hochbringen sollte, den Andrang kaum meistern.
Gut zwei Jahre lang hatte die Errichtung des fast 30 Meter hohen Turmes in Form eines klassischen bergmännischen Geleuchtes gedauert, wobei die ersten Entwürfe des seit 1965 in den USA lebenden Künstlers Otto Piene schon im Jahre 2001 vorlagen. Mit der Feier am Montag wurde die Moerser Rheinpreußen-Halde jetzt zu einer der inzwischen überall im Ruhrgebiet und am Niederrhein entstandenen künstlerischen Landmarken, mit denen man dem einst für diese Regionen so bedeutsamen Bergbau ein nachhaltiges Denkmal setzen möchte.
Abgewandeltes Lied
„Um es mit der wenig abgewandelten Zeile unseres alten Bergmannsliedes auszudrücken: Jetzt hat auch Moers sein helles Licht bei der Nacht“, eröffnete Bürgermeister Ballhaus am Montag die Einweihungsfeierlichkeiten, und begrüßte dazu zahlreiche bedeutende Gäste, darunter den Künstler Otto Piene selber, dann als Vertreter des Haldenbesitzers, des Regionalverbandes Ruhr, dessen Direktor Heinz-Dieter Klink, außerdem den Staatssekretär für Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, so wie den Weseler Landrat Dr. Ansgar Müller. Sie alle lobten das Kunstwerk für seine geschichtliche und zukunftsweisende Symbolträchtigkeit.
So nannte es Heinz-Dieter Link „ein Zeichen dafür, wie sich Geschichte in Zukunft umsetzen lässt“, während Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff darin „genau den richtige Weg“ sah, „die 150-jährige Geschichte des Bergbaus am Niederrhein zu würdigen“, und für Dr. Ansgar Müller war es sowohl eine „Mahnung, die gravierenden Probleme hier in dieser Gegend anzugehen“, als auch eine attraktive touristische Bereicherung. „Licht ist die Botschaft dieses Objektes. Möge dieser Ort zu einer Stätte der Begegnung aller Generationen werden“, formulierte Otto Piene als letzter Redner des Abends seine eigene künstlerische Absicht.
Anschließend erbaten die evangelische Pastorin, Barbara Weyand und ihr katholischer Kollege, Bernhard Lauer in einer kleinen gemeinsamen Andacht Gottes Segen für das Kunstwerk, bevor Otto Piene schließlich den Hebel für dessen erste offizielle Beleuchtung betätigte.
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