Moers: Moers hilft Haiti
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 16.01.2010Moers (RPO). Gestern Abend ist die Rettungsgruppe ISAR auf Haiti gelandet. Die Helfer vom Niederrhein werden im Erdbebegebiet Verletzte versorgen. Sie könnten jedoch auch bei Bedarf immer noch Verschüttete bergen.
Angespannt sitzen die Mitglieder der Rettungsgruppe ISAR (International Search and Rescue) Germany im Flugzeug. Um kurz nach zwei Uhr sind sie am Freitagmorgen von ihrem Ausrüstungslager an der Pattbergstraße mit Mannschaftsbussen der Feuerwehr Moers und Duisburg zum Flughafen Frankfurt gefahren. Schon am frühen Abend starteten die Lastwagen, die das Material, rund zwei Tonnen Medikamente und medizinische Gerätschaften und fünf Tonnen Ausrüstung, zum Flughafen brachten. Die meisten im Jet versuchen jetzt, ein wenig zu schlafen, denn die nächsten Tage im Erdbebengebiet in Haitis Hauptstadt werden hart.
ISAR Germany
ISAR Germany ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, internationale Hilfe nach Naturkatastrophen zu leisten. Spezialisiert ist die Organisation auf die Suche und Rettung Vermisster und Verschütteter.
Nach Port-au-Prince
Mehr als zwei Stunden Schlaf werden für die Mitglieder des Rettungsteams, zu dem neben Moersern, Spezialisten vom ganzen Niederrhein und aus Thüringen gehören, nicht drin sein. Was sie sonst erwartet, wissen sie noch nicht, außer viel Leid und Arbeit. Gegen 19 Uhr gestern ist die Maschine in Punta Cana gelandet. Von dort ging es mit Lastwagen in das Katastrophengebiet in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. Vor Ort legen die Retter, die drei Notärzte und mehrere Rettungssanitäter im Team haben, den Schwerpunkt auf die medizinische Versorgung der Erdbebenopfer. Dafür hat die Hilfsorganisation "action medeor" ein "Emergency Kit" zur Verfügung gestellt, mit dem 30 000 Menschen einen Monat lang medizinisch versorgt werden können. Vier Rettungshunde und schweres Bergegerät haben die Helfer, die hier in Deutschland oft in der Feuerwehr sind, auch dabei. "Wir können aber auch jederzeit bei der Suche von noch immer Verschütteten mitarbeiten", sagt Pressesprecher Sven van Loenhout aus dem Informations- und Lagezentrum im Gerätehaus des Moerser Löschzuges Stadtmitte. Von dort wird der Einsatz in dem Land, wo Telefone und Strom ausgefallen sind, koordiniert. Per Satellitentelefon hält man mit dem Team Kontakt. Außerdem wird von hier der Transport in der Luft oder zu Lande organisiert. Der Besprechungsraum des Löschzugs Stadtmitte ist nun ein Büro mit Kartentafel und ständig klingelndem Telefon. www.rp-online.de/moers
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