Moers: Müllkommissar tritt Dienst an
VON TOBIAS SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010Moers (RPO). Die Sbm setzen die Kampagne "Initiative Sauberes Moers" fort. Gesicht der Aktion wird "Kommissar Clean". Gestern stattete er der integrativen Kita St. Martin in Repelen seinen Antrittsbesuch ab.
Ein ganz besonderer Kommissar hat in Moers seinen Dienst aufgenommen – Kommissar Clean. Dienststelle: die städtischen Betriebe Moers, kurz Sbm. Im Stile eines 20er-Jahre-Cops aus den Staaten gekleidet, hatte Norbert Frank seinen ersten Einsatz in der Kindertagesstätte in Repelen. Der Saubermann kam zwar ohne Blaulicht und Handschellen, dafür aber mit Trenchcoat, Hutkrempe ins Gesicht gezogen und einem Stapel Strafzettel in der Hand: Du hast deinen Abfall falsch entsorgt – das steht in breiten Lettern auf dem Mandat, welches die Kindergartenkinder den Müllsündern in der eigenen Familie in die Hand drücken sollen.
Aktionshotline
Wer "wilden Müll" melden möchte, erfreut Kommissar Clean. Zu erreichen ist er über die Aktionshotline Tel. 01805 777008 (nur 0,12 Euro je Anruf aus dem deutschen Festnetz. Preise für Mobilfunk- und Auslandsverbindungen können abweichen. Geschaltet während der Service-Zeiten des Sbm-Kundencenters. Oder eine E-Mail senden: kontakt@sbm-moers.de
Die Mission des ungewöhnlichen Sbm-Mitarbeiters ist klar: Er soll Umweltsünden aufdecken und verfolgen. Das macht Norbert Frank, dessen Konterfei bald auf rund 800 Papierkörben in der Moerser Stadt kleben wird, natürlich nicht alleine. Vielmehr wird er von den Müllsheriffs der Sbm unterstützt. Ein Einsatztrupp von zwei Leuten kontrolliert insbesondere die Friedhöfe in der Region. "Wir haben im Bereich der Friedhöfe sehr mit der Ablagerung von wildem Müll zu kämpfen", berichtet Sbm-Vorstand Simon Ulrich Goerge.
Fortführung der Kampagne
Dieses ungewöhnliche Projekt ist ein neues Teil der Kampagne "Sauberes Moers", das die Sbm mit Kommissar Clean nun erfolgreich in die zweite Runde starten lassen will. Hintergrund der Bemühungen um eine sauberes Moers war die über Jahre verstärkte Wahrnehmung unsachgemäßer Abfallentsorgung. Durch die wilden Deponien entstanden der Stadt jährlich Kosten von rund einer halben Million Euro. Nicht mit eingerechnet in diese Bilanz ist der oft nicht zu beziffernde Schaden, den die Umwelt nimmt. "Vielfach haben wir es hier mit Gebührenoptimierern zu tun, die ihren Unrat wild entsorgen, um Kosten zu sparen", sagt Goerge. Dass die Kosten für die Entsorgung des unrechtmäßig abgelagerten Abfalls den Müllgebühren für alle aufgeschlagen werden, dürfte klar sein. Insofern bedeute eine Vermeidung von Wildablagerungen auch eine Kostenreduzierung für die übrigen Kunden, die ihren Müll regelgerecht entsorgen, erklärte der Pressesprecher der Sbm, Herbert Hornung.
Die Bemühungen des letzten Jahres zeigen Früchte. Der wilde Müllberg schrumpfte von 443 Tonnen im Vorjahr auf 382 Tonnen in 2009. Auch die Situation am Grafschafter Radweg habe sich entspannt.
Die Idee, Kinder im Kindergartenalter für das Thema Müllentsorgung zu sensibilisieren, findet die Leiterin der Kita, Johanna Scheffler, sehr gut. "Bei uns ist das Thema Müllentsorgung fester Bestandteil im Tagesablauf", so die Kindergärtnerin. Auch die anderen Moerser Kindergärten wurden angeschrieben. Man hofft bei den Sbm auf rege Beteiligung.
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