Neukirchen-Vluyn: Muss nicht immer CentrO sein
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 05.05.2008Neukirchen-Vluyn (RPO). Viele Neukirchen-Vluyner entdecken die Vorzüge ihres Ortes erst bei Festen wie dem Vluyner Mai. Winzer und Flammkuchen-Bäcker zauberten Elsass-Flair. Allerdings war der Ortskern nicht überall gleich gut belebt.
Zwei Jahre schwirrte Dieter Rink dieser Spruch schon im Kopf herum, doch nie konnte er ihn anbringen. Nach einem herrlich sonnigen Samstag konnte der Sprecher vom Arbeitskreis Vluyn zur Halbzeit des Vluyner Mais am Samstagabend schon sagen: „Der liebe Gott ist ein Neukirchen-Vluyner!“ Immerhin bescherte das gute Wetter dem „Fest der Vereine, Verbände und Handwerker“ an beiden Tagen große Besucherströme.
Familiäre Atmosphäre
Allerdings blieb es am frühen Samstagabend nach einem guten Start am Nachmittag vor allem um den Leineweberplatz doch etwas leer. Dort packten die Händler auch schon früher ein. „Wir haben noch etwas wenig Umsatz gemacht“, so Marion Mohanty, die an ihrem Stand Erzeugnisse aus der eigenen Kräutergärtnerei in Neukirchen-Vluyn verkaufte. „Wir haben alle dieselbe Standgebühr bezahlt. Da sollten schon alle am gleichen Strang ziehen.“ Die Gäste zog es eher zum Vluyner Platz. Dort hatte Rudolf Edling Cocktailbar und Bierwagen aufgestellt. „Hier herrscht sehr familiäre Atmosphäre, keine Hektik“, lobte der Moerser Schausteller. Außerdem hob er die vielen Sitzmöglichkeiten – meistens an den Verzehrständen – hervor: „Da rennt hier keiner durch und sagt nach einem Mal: Mensch bin ich kaputt.“ Es sei eben ein etwas anderes Stadtfest und nicht so kirmestypisch.
Insgesamt sieben Winzer kamen zum „Vluyner Mai“. In den kleinen runden Holzhütten kam jeder Weinfreund auf seine Kosten. Gerade in der Wärme des ersten Maiwochenendes waren es die erfrischenden Weißweine und leichten Rosés, die ihre Freunde fanden. „Vom Stile her ist es hier gut und von Jahr zu Jahr gibt es Verbesserungen“, so der Winzer Claus Koehler aus Wallertheim in Rhein-Hessen. Einen besonderen Duft verbreitete der Stand mit dem Elsässer Flammkuchen. Dort bereiteten zwei Bäckermeister das Brot über offenem Feuer zu. Aber auch das Bühnenprogramm auf dem Vluyner Platz konnte das Publikum begeistern. Tanz- und Musikgruppen wechselten sich ab und zeigten ihr Können.
Natürlich seien mit so einem Fest Menschen vom ganzen Niederrhein angesprochen. „Aber auch die Neukirchen-Vluyner selbst sollen mal in den Kern geholt werden“, so Harald Lenßen, Geschäftsführer des Werberings. Denn viele würden lieber nach Moers, Duisburg oder ins CentrO fahren. „Die wissen gar nicht, was es hier im Ort alles gibt. Denen fällt dann erst bei so einem Fest auf, dass es hier eine Boutique oder einen Optiker gibt.“
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