Kamp-Lintfort: Nejla braucht Hilfe
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Kamp-Lintfort (RPO). Nejla hat Leukämie. Ihre Grundschule, die Ebertschule in Kamp-Lintfort, sucht zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einen passenden Stammzellspender für das achtjährige Mädchen.
Angelika Hülswitt erinnert sich noch an ihre erste Begegnung mit Nejla: "Sie hatte Augen, die so ernst waren, wie sie ein Kind nicht haben sollte", betont die Leiterin der Ebertschule. Nejla besuchte damals den Kindergarten und hatte große Angst vor der Einschulung. Schon 2005 war das Mädchen an Leukämie erkrankt. Durch eine Chemotherapie gelang es, die Erkrankung zu besiegen. Im September kehrte sie jedoch zurück.
Als Angelika Hülswitt erfuhr, dass Nejlas Opa Nachbarn und Bekannte bat, sich doch typisieren zu lassen, war für sie klar: "Die ganze Schule muss helfen." Die Leiterin der Ebertschule nahm sofort Kontakt mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei auf (DKMS) auf, sprach andere Einrichtungen an und nutzte ihr Netzwerk in Kamp-Lintfort – mit dem Ergebnis: Am Sonntag, 7. März, 10 bis 16 Uhr, findet in der Ebertschule eine große Typisierungsaktion statt. Die Bosnische Gemeinde und die kompletten Mitarbeiterschaft der Lintforter Stadtverwaltung haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.
Spendenkonto
Sonntag, 7. März, 10 bis 16 Uhr, in der Ebertschule. Da die Registrierung und Typisierung eines Spenders der DKMS 50 Euro kostet, bittet die gemeinnützige Gesellschaft um Spenden. Spendenkonto 200 159 903 bei der Sparkasse Duisburg, BLZ 350 500 00.
Blutabnahme
Die DKMS ist zwar mit mehr als zwei Millionen registrierten potenziellen Stammzellspendern weltweit mit die größte Datei ihrer Art: Für Nejla konnte aber bis heute kein passender Spender gefunden werden: "Wir suchen den genetischen Zwilling", erklärte gestern Yasemin Aydin, die für die DKMS die Typisierungsaktion in Kamp-Lintfort koordiniert. "Es gibt zwei Verfahren, die Stammzellen eines Spenders zu gewinnen – entweder über die periphere Stammzellenentnahme oder durch eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm", erläuterte Aydin.
Der Transplanteur entscheidet, welches Verfahren zum Einsatz kommt. Als Spender kommen Menschen in Frage, die zwischen 18 und 55 Jahre alt sind, mindestens 50 Kilo wiegen und eine Bodymaß-Index nicht über 40 haben. Regina Hülswitt und Yasemin Aydin hoffen, dass sich am Sonntag, 7. März, viele Menschen typisieren lassen. "Es handelt sich zunächst nur um eine Blutabnahme." Sechs bis acht Wochen dauert es, bis feststeht, ob der passende Spender gefunden wurde.
Die achtjährige Nejla, die inzwischen die zweite Klasse besucht, ist seit Donnerstag wieder im Krankenhaus in Essen. "Sie ist so eine gute Schülerin und hatte sich zu einem richtig fröhlichen Mädchen entwickelt", erzählt Schulleiterin Angelika Hülswitt und weiß: "Sie möchte so gerne in ihrer Klasse bleiben."
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