Moers: Neue Moschee in Meerbeck
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 08.08.2008Moers (RPO). Der Meerbecker Verein im Verband der islamischen Kulturzentren unterhält in Anbauten der Barbaraschule eine Moschee. Jetzt will er angrenzend eine neue Moschee bauen. Bundesweit ist der Verband umstritten.
Über 30 Jahre nutzt der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Moers-Meerbeck Nebenräume der Barbaraschule als Gebetsraum. Die Räume sind allerdings heruntergekommen und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Deshalb plant der Verein, an gleicher Stelle den Neubau einer Moschee mit angeschlossenem Gemeindehaus. Der Entwurf des Bocholter Architekten Joachim Leson sieht ein zweigliedriges Gebäude vor, das Hauptgebäude wird von einer kleinen Kuppel gekrönt, ein Minarett ist nicht vorgesehen.
Politik hat Beratungsbedarf
Der Verein hat bereits das Nachbargrundstück mit einer Lagerhalle gekauft, es handelt sich um das ehemalige Gelände der Firma Scharff. Für den VIKZ hat Senol Paskal das Liegenschaftsamt der Stadt angeschrieben. Für den Neubau der Moschee braucht der Verein eine Teilfläche des städtischen Grundstückes der Barbaraschule an der Barbarastraße. Als Anfang Juni der Verkauf im Bau- und Grundstücksausschuss auf der Tagesordnung stand, meldeten die Fraktionen weiteren Beratungsbedarf an.
Die Politik will genau wissen, was dort an Veranstaltungen geplant sei. Hintergrund der Skepsis gegenüber den Neubauplänen liegt in der Beobachtung der VIKZ durch den Verfassungsschutz. Bei einer Razzia in Ulm war ein Verdacht auf Steuerhinterziehung aufgekommen. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtete, habe das Kölner Polizeipräsidium im Jahr 2005 bundesweiter Ermittlungen gegen die in Köln ansässige Zentrale des Verbandes der islamischen Kulturzentren eingeleitet. Im Abschlussbericht vom Juni 2006 gehe die Polizei davon aus, dass der VIKZ entgegen seiner offiziellen Darstellung eine antiwestliche und antidemokratische Haltung vertrete. In Predigten werde der „heilige Krieg“ verherrlicht. Die Bildungsarbeit gelte als integrationsfeindlich. Der VIKZ nimmt aber 2006 bis 2008 an der Islamkonferenz von Bundesinnenminister Schäuble teil.
Senol Paskal hält dagegen, es sei allen bekannt, „was wir in Meerbeck machen“. Die Moschee entstehe am gleichen Ort, gleiche Lage wie heute schon. Wenn eine von 300 Gemeinden Mist mache, könne man das nicht allen anlasten. Neben dem Gebetsraum stehen soziale Aktivitäten für Frauen und Jugendliche im Mittelpunkt. Nachdem das Jugendzentrum Kaktus geschlossen sei, fehle eine Anlaufstelle für Jugendliche. Die Moschee entstehe auf dem heruntergekommenen ehemaligen Scharff-Grundstückes als ein modernes Gebäude.
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