Moers: Neue Theologie wurde angestoßen
VON HEDI MEINECKE - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010Moers (RPO). "Es war einer der schönsten Gottesdienste, die ich je erlebt habe." Mit diesem tiefen und nachhaltigen Eindruck kehrte Pfarrer Frank Becker vom Schlussgottesdienst des ersten deutschen Kirchentages "Mensch und Tier" in Dortmund zurück.
Zusammen mit dem Rheinberger Pfarrer Wolfgang Schmitz, drei Helferinnen des ökumenischen Arbeitskreises "Mitgeschöpflichkeit" und der aus Norddeutschland stammenden Pastorin Ellen Bürger hat er sich engagiert und aktiv am Geschehen teilgenommen.
Das launenhafte Wetter mit seinen nahezu ununterbrochenen Regengüssen blieb nach seiner Beobachtung nicht ohne Einfluss auf die Besucherzahlen. "Die Intensität der Veranstaltung aber hat Mut gemacht und mit Hoffnung erfüllt." Nach seiner Einschätzung hat sie die Menschen überzeugt und ihr Engagement für Tiere erneut belebt und entfacht. "Es wurde eine neue Theologie angestoßen, die das Tier als Mitgeschöpf schätzt und seine Würde schützt." Damit wurde, so Becker, "ein neuer Anfang für die Mitgeschöpflichkeit auf den Weg gebracht."
Das ist für den Moerser Pfarrer die zentrale Botschaft des Kirchentages. Eine zweite, ebenso bedeutende Mission: ein eindeutiges "Nein" zur Massentierhaltung, denn die Forderung, das Tier nicht länger als Massen-und Konsumware zu behandeln.. Der kreative Gottesdienst mit bekannten Bands und Chören sowie Menschen aller Generationen und aus verschiedenen Kulturen auf der Festwiese des Fredenbaumparks endete mit einer großen Segensaktion für Mensch und Tier. Gerade die "biblischen Geschichten" haben für Becker eine besondere Bedeutung. "Es ist vielfach nicht bekannt, wie viele und bemerkenswerte Stellen und Geschichten es in der Bibel mit Tieren gibt", betont er. Es sind nach seinen Ausführungen aufschlussreiche Texte, die von Tieren, von der Beziehung Gott und Tier und der Beziehung Mensch und Tier handeln.
"Und wir fanden interessierte Zuhörer" berichtet das Team. Der Veranstalter des Kirchentages "Aktion Kirche und Tiere" (Akut) richtete zum Abschluss des Meetings einen eindringlichen Appell an die Politiker und forderte die sofortige Einstellung der Massentierhaltung und der Tierversuche und rief zu einem neuen Verhältnis zum Mitgeschöpf Tier auf.
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