Moers: Nicht nur Fans wollen Küpperbusch retten
VON JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Moers (RPO). Düsseldorf/Moers Einmal den Mund durchspülen, dann dreimal mit Wattestäbchen durch den Wangeninnenraum streichen – fertig. Keine zwei Minuten dauerte es, und schon hatte Tanja Hammes eine Probe zur Typisierung abgeben. Die 18-Jährige ist eine von mehreren Hundert Spendern, die vorgestern zu einer Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Fortuna-Fan Philipp Küpperbusch, der für die Grünen im Moerser Rat saß, ins Düsseldorfer Haus der Jugend gekommen waren. "Ich möchte ihm einfach in seiner Lage helfen", sagte Tanja Hammes.
Viele kamen vor offiziellem Beginn
Der Ansturm gestern an der Lacombletstraße überraschte selbst die Organisatoren: Bereits kurz nach dem offiziellen Beginn der Typisierung um 18 Uhr zählte Anette Herda von der Knochenmarkspenderzentrale der Uniklinik Düsseldorf rund 150 abgegebene Proben. "Die ersten Besucher kamen schon eine Dreiviertelstunde früher", sagte sie. Gemeinsam mit zehn weiteren Mitarbeitern nahm sie die Abstriche der Wangenschleimhaut. "Geplant ist, dass um 21 Uhr Schluss ist. Aber wir bleiben so lange, bis jeder eine Probe abgegeben hat", so Herda. Zu den Organisatoren gehören auch die Ultras Düsseldorf. Nachdem bekannt wurde, dass Philipp Küpperbusch an Blutkrebs erkrankt ist, warb die Fangemeinschaft mit Flyern und einer Fahne, die Küpperbuschs Konterfei zeigt, auch vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC für die Aktion. "Es macht sehr glücklich zu sehen, dass so viele Leute dem Aufruf gefolgt sind", sagte Maks Kreuzwieser von den Ultras. Da die Teilnahme an der Typisierung mit der Aufnahme in der Knochenmarkspenderdatei einhergehe, könne man auch anderen Menschen helfen.
Seit Ende Juli weiß Philipp Küpperbusch, dass er an Leukämie erkrankt ist. Der 27-Jährige aus Moers, der nicht nur Ratsherr war, sondern 2005 für die Grünen für den Landtag kandidierte, benötigt eine Stammzellenspende, um von der Krankheit geheilt zu werden. Philipp Küpperbusch wohnt jetzt wieder bei seinen Eltern in Moers. Auch viele Düsseldorfer Feuerwehrleute kamen, um sich im Haus der Jugend typisieren zu lassen. "Es ist eine Kleinigkeit, mit der man Leben retten kann", sagte Philipp Oelsener von der Feuerwache 3.
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