Moers: Nirgendwo kracht’s häufiger
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 12.05.2007Moers (RPO). Die Anwohner sind die häufigen Unfälle im Bereich Scherpenberger/Kornstraße leid und fordern Tempo 30. Die Familie Potschka hat rund 150 Unterschriften gesammelt, die Stadt sperrt sich gegen das Geschwindigkeitslimit.
Claus Potschka besieht sich die Blumenkübel vor dem Haus Kornstraße 59 b. „Die sind gerade ersetzt worden, hätten die Kübel da nicht gestanden, wäre das Auto ins Haus rein gekracht“, sagt er. An alle Unfälle, die der Familienvater hier an der Kreuzung Korn-/Scherpenberger Straße erlebt hat, kann er sich gar nicht mehr erinnern. „Trauriges Highlight im letzten Jahr war ein Twingo, der sich hier überschlagen hat.“
Der Kreuzungsbereich taucht in der Verkehrsstatistik für Moers als unfallträchtigste Stelle im ganzen Stadtgebiet auf. Die Kornstraße ist als Verbindung zwischen Industriegebiet Franz-Haniel-Straße und Duisburg viel befahren, zudem ist der Einmündungsbereich durch Häuserfronten und parkende Autos unübersichtlich. Die Stadt hat zwar bereits reagiert und unter anderem Poller gesetzt und Parkverbotszonen eingerichtet, „dennoch müssen wir um das Leben unserer Kinder und um unser eigenes bangen“, meint Potschka. „Die Autos fahren immer noch zu schnell und teilweise über den Bürgersteig, manchmal sogar Busse.“
Liste wird immer länger
Mit einer Unterschriftenliste wollen Familie Potschka und Nachbarn erreichen, dass die Kornstraße zwischen Sandstraße und Kreisverkehr zur Tempo-30-Zone wird. Bisher hat sich das Tiefbauamt gegen diese Geschwindigkeits-Beschränkung gewehrt. Rund 150 Unterschriften hat Potschka schon zusammen. Die endgültige Liste soll vor dem nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung im Rathaus übergeben werden. Neben Lärmbelästigung sind es auch viele kleine Unfallschäden, die den Anwohnern stinken: abgefahrene Spiegel, verbeulte Kotflügel – und die Verursacher hauen meistens ab. Die Bürger wünschen sich auch eine Querungshilfe. „Ältere Leute trauen sich gar nicht mehr, die Straße zu überqueren“, weiß Potschka, der schon sein ganzes Leben in Scherpenberg wohnt und kaum fassen kann, wie sich der Ort verändert hat.
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