Moers: Ob Heißluft oder Gas – Ballons faszinieren
zuletzt aktualisiert: 09.09.2006Moers (RPO). grafschaft (cl) Das Moerser Freiballonfestival steht wieder vor der Tür. In diesem Jahr findet es vom 15. bis 17. September statt. Besucher können nicht nur zuschauen, sondern sich selbst in die Lüfte erheben. „Einfach ein atemberaubendes Erlebnis“, schwärmt Helge Ringel, der erfahrene Pilot des Enni-Heißluftballons. Die Besonderheit des Festivals liegt darin, dass beide Ballongattungen, also Heißluft- und Gasballone, auf dem Festival vertreten sind. „Viele Menschen verwechseln die beiden Ballongattungen“, so Ringel. Aber was unterscheidet eigentlich einen Heißluftballon von einem Gasballon?
Skandinavisch
An diesem Wochenende präsentiert Gudrun Uphus in der alten Molkerei in Rheurdt, Vluyner Straße 16, am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr die neue skandinavische Modesaison von Jackpot „In wear“.
Traggas und offene Flamme
„Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Form: Der Gasballon ist klein und apfelförmig, ein Heißluftballon groß und birnenförmig“, so Volker Kuinke passionierter Gasballonfahrer des neuen Gasballons der Sparkasse am Niederrhein. Die Regelung der Fahrthöhe ist ebenfalls unterschiedlich: Ein Gasballon wird mit einem Traggas, wie Helium oder Wasserstoff, gefüllt und gewinnt durch das Abwerfen von Ballast an Fahrthöhe. Soll der Ballon sinken, so lässt der Pilot über ein Ventil, Traggas entweichen. Bei Heißluftballonen wird durch den Brenner zunächst kalte, anschließend heiße Luft mithilfe des Ventilators in den Ballon gefüllt. „Durch Erwärmen der Luft mithilfe des Brenners steigt der Ballon in die Höhe. Wird nicht geheizt, fällt der Ballon“, so der Enni-Pilot.
Die Startzeiten der Ballone sind ebenfalls unterschiedlich: Ein Heißluftballon startet früh morgens oder ca. zwei Stunden vor Sonnenuntergang und hat eine Fahrtzeit von maximal zwei Stunden. Ein Gasballon startet in der Regel um vier Uhr morgens oder um 16 Uhr nachmittags. Die Fahrtdauer beträgt durchschnittlich vier bis sieben Stunden. Beide Ballongattungen haben aber eines gemeinsam: Der Wind bestimmt Geschwindigkeit und Fahrtziel. „Es gibt keinen festen Fahrplan. Man begibt sich in des Windes Hand und weiß nie, wo man nach Stunden, landet“, so Kuinke und er ergänzt: „Genau diese Tatsache macht das Ballonfahren so spannend.“
Es existieren wesentlich mehr Heißluftballone als Gasballone: In Deutschland gibt es nur 40 Gasballone und 1200 Heißluftballone. Der Grund für die unterschiedlichen Zahlen liegt in der größeren Flexibilität der Heißluftballone: Sie benötigen keine Gasquelle und keinen festen Startplatz wie Gasballone. „Außerdem sind die Kosten im Bereich des Gasballonsports durch die Verwendung von Wasserstoff deutlich höher als bei Heißluftballonfahrten“, sieht Volker Kuinke den Nachteil seines Luftfahrzeugs.
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