Moers: Olympischer Gedanke beim Sommerfest
VON STEPHAN MÜNDGES - zuletzt aktualisiert: 18.06.2008Moers (RPO). Leicht flackert die olympische Flamme in der lauen Brise. Aus den Boxen tönt die deutsche Nationalhymne. Mit stolzgeschwellter Brust präsentieren die Olympioniken ihre Medaillen. Nein. Es ist noch nicht Juli und wir sind auch nicht in Peking. Es ist Sonntag, und das evangelische Familienzentrum Repelen feiert sein Sommerfest. Hier, circa 7800 Kilometer Luftlinie von den riesigen Olympia-Spielstätten entfernt, ist alles etwas kleiner und beschaulicher.
Nicht das gewinnen steht im Vordergrund, sondern es gilt noch das echte olympische Motto: Dabei sein ist alles. Gewinnen und verlieren – dieses Thema wollten die Leiter des Familienzentrums und der Kindertagesstätte durch die Olympiade bearbeiten. Bereits im Eröffnungsgottesdienst gab es deshalb ein Rollenspiel über Sieg und Niederlage. „Es ist schließlich für die Kinder eine alltägliche Situation, dass gesagt wird ‚Ich kann weiter springen als du‘ oder ‚Ich bin schöner als du‘“, sagt Ingrid Hoffmann, Leiterin der Kindertagesstätte. Die Kinder sollten daher begreifen, dass jeder Stärken und Schwächen hat. „Es geht nicht darum zu gewinnen, sondern darum ein glückliches, zufriedenes Leben zu führen“, so Ingrid Hoffmann.Um eine Medaille zu bekommen, mussten die Kinder daher nicht am schnellsten rennen oder am weitesten werfen, sondern nur an fünf Disziplinen teilnehmen. Olympisch waren in diesem Jahr: Der olympische Zweikampf (ein Wettrennen mit Schwimmflossen und –reifen), die Bewegungsbaustelle (ein Hindernisparcours), Balancieren auf einem Schwebebalken, Ballweitwurf und Sackhüpfen. Auf die vielen Bewegungsangebote legten die Organisatoren besonderen Wert: „Wir merken immer mehr, dass sich die Kinder zu wenig bewegen“, erläutert Ingrid Hoffmann. Daher wolle man auch in Zukunft vermehrt Sport- und Bewegungsspiele anbieten.
Ein Olympia-Quiz stellte das Sportwissen von Kindern und Eltern auf die Probe. „Nicht jeder weiß halt, wofür die olympischen Ringe stehen oder wann und wo die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattgefunden haben“, so Ingrid Hoffmann. Daher habe das Thema Olympia auch einen wichtigen Bildungswert, zumal die Kinder dadurch viel über andere Nationen lernen könnten. „Wir möchten uns deshalb auch weiter mit dem Thema beschäftigen“, kündigt Ingrid Hoffmann an. Und wer weiß... Vielleicht steht in ein paar Jahren ein Kind aus Repelen vor der echten olympischen Flamme und präsentiert mit stolzgeschwellter Brust seine Medaille.
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