Moers: Otto Piene wird 80
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 08.04.2008Moers (RPO). Otto Piene, dem die Stadt Moers die auf der Halde Rheinpreußen realisierte Lichtinstallation „Landmarke Grubenlampe“ verdankt, wird 80 Jahre alt. Die Cubus Kunsthalle in Duisburg widmet ihm eine Einzelausstellung.
Im Sonnenlicht erstrahlt die Grubenlampe auf dem Buckel der Halde Rheinpreußen leuchtend rot, in der Dunkelheit hüllt sie den 100 Meter hohen Berg in tiefes Rot: Die Realisierung der Landmarke gehörte selbst für einen renommierten Künstler wie Otto Piene zu den großen Projekten – weshalb er es sich nicht nehmen ließ, die Entstehung seiner Grubenlampe persönlich zu begleiten und immer, wenn es möglich war, selbst in die Grafenstadt zu kommen. Im April wird Otto Piene 80 Jahre alt.
Die Cubus Kunsthalle widmet dem 1928 in Bad Laasphe geborenen Künstler anlässlich seines Geburtstags ab 25. April bis zum 29. Juni eine Einzelausstellung, die an die Ausstellung im Jahr 2001 anknüpft, in der erstmals die Pläne zur Lichtinstallation auf der Halde Rheinpreußen vorgestellt wurden, teilt die Cubus Kunsthalle auf ihrer Internetseite mit. Die Ausstellung mit Zeichnungen, Malereien und einem Lichtraum vermittele einen Überblick über das vielseitige Werk.
Moerser Wanderausstellung
1957 gründete Otto Piene gemeinsam mit Heinz Mack in Düsseldorf die Künstlergruppe Zero, der sich 1961 auch Günther Uecker anschloss. Zero bestand neun Jahre, bevor es sich im November 1966 mit einem Fest im Bahnhof Rolandseck in Remagen auflöste. Bekannt ist Piene durch das Lichtballett und weitere lichtkinetische Arbeiten. Er schuf Luft- und Lichtskulpturen. In der Cubus-Ausstellung sollen Fotografien zum Geleucht, aktuelle Arbeiten aus der Serie „Anthropomorphe Architektur“ und ein Lichtraum ausgestellt werden.
Auch in Moers ist die Landmarke Grubenlampe, die die Verbundenheit der Stadt Moers sowie der Region mit dem Bergbau unterstreichen soll, ein Thema. Um die Entstehungsgeschichte der Grubenlampe zu dokumentieren, hatte der „Förderkreis Landmarke Grubenlampe“ einen Wettbewerb ausgelobt.
Die preisgekrönten Bilder der Moerser Amateurfotografen Heinz-Dieter Stuckart und Dirk Thomas sind in einer Ausstellung zu sehen, die noch bis zum 30. April in der Meerbecker Geschäftsstelle der Sparkasse am Niederrhein gezeigt wird. In 50 Fotos ist der Bauverlauf der Landmarke bis zur Fertigstellung festgehalten. Im März waren die Bilder bereits im Neuen Rathaus zu sehen. „Danach sollten die Aufnahmen sang und klanglos in Kisten verschwinden“, sagt Karlheinz Tepper vom Verein „100 Jahre Kolonie Meerbeck“. Gemeinsam mit Detlev Moll, Leiter der Sparkassenfiliale Meerbeck, organisierte er eine Wanderausstellung, die die Bilder in der Sparkasse Meerbeck (April), dann in Utfort (Mai) und in Repelen (Juni) präsentiert.
Wie freudig die Bevölkerung die Landmarke annehme, so Tepper, zeige sich daran, dass Halde und Grubenlampe jedes Wochenende von mehr als 1000 Menschen besucht werde, die vom Scheitelpunkt der Halde die herrliche Aussicht über den Niederrhein genießen.
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