Moers: Parkhaus wird zum Spielplatz
VON HEDI MEINECKE - zuletzt aktualisiert: 08.08.2009Moers (RPO). Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren haben die fünfstöckige Anlage an der Kautzstraße als Spielstätte entdeckt. Die Anwohner klagen über Lärmbelästigung – und fürchten zugleich um die Sicherheit der Jugendlichen.
Der Ärger mit dem Parkhaus an der Kautzstraße ist wieder einmal voll entbrannt. Der Unmut der Anwohner der Hopfen-, Kautz- und Uerdinger Straße auch. "Den Bikern, Skatern und Rasern, die das Parkhaus einst zu ihrem Terrain erkoren, folgt jetzt eine andere, jüngere Generation", sagen die unmittelbaren Nachbarn Beate und Wolfgang Wöhler.
Es sind Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, die sich ausgerechnet die fünfstöckige Anlage als Spielstätte ausgesucht haben. Denn hier sind sie unter sich, sind ungestört, können nach Lust und Laune tummeln, toben und ihren Hobbys frönen. Für die Anwohner aber eine massive Lärmbelästigung, durch die sie nicht nur ihre Ruhe, sondern auch ihre Wohnqualität beeinträchtigt sehen.
Wettfahrten mit den Fahrrädern
"Das Lärmen, Schreien und Zurufen wird durch die Architektur des Hauses noch verstärkt", so die Anwohner. Und die Lärmbelästigung gleich ganzer Scharen von Jugendlichen steigert sich nach ihrer leidvollen Erfahrung an den Wochenenden und in der Ferienzeit zur Unerträglichkeit. Verzweifelt wenden sie sich immer wieder an die Polizei.
Und eine andere Nachbarin, Kornelia Leyers, sieht hier auch ein gewisses Gefahrenpotential – für die Kinder ebenso wie für die Autofahrer – wenn sie zum Beispiel über Absperrungen klettern, Wettfahrten mit ihren Fahrrädern veranstalten und sich von einer Etage zur nächsten hangeln. "Sie nennen das dann Mutprobe", sagt sie.
Die Zerstörung eines Parkschein-Automaten geht allerdings laut Polizei-Information auf das Konto von zwei 19 und 21 Jahre alten Männer aus Hagen. Dank der Aufmerksamkeit einer Anwohnerin gingen sie der Polizei schnell ins Netz.
"Vandalismus haben wir allerdings auch an anderen Stellen in der Stadt", sagt Lutz Hormes, Fachbereichsleiter für Verkehr und Tiefbau. Die von der Stadt installierten Video-Überwachungen haben nach seinen Informationen hier schon gute Dienste geleistet. In der aktuellen Sache Parkhaus aber sieht sich die Stadt als Eigentümerin in der Pflicht, so Hormes.
Eine dauerhafte und zufrieden stellende Lösung für alle Beteiligten sieht er in nächster Zukunft nicht. "Allerdings sind wir in den angesprochenen Fällen bereits aktiv geworden, haben Jugend- und Ordnungsamt in Kenntnis gesetzt und eine verstärkte Beobachtung angeregt", erklärt Hormes.
Dazu ergänzt Jugendpflegerin Vera Breuer: "Die Jugendlichen brauchen eine sinnvolle Alternative." Ein Team des Jugendamtes wird sich nach ihren Worten ein Bild von dem Geschehen machen, mit den Betroffenen verbindliche Gespräche führen, ihnen aber vor allem auch Grenzen und Spielregeln aufzeigen.
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