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Moers: Platz da, aber hüsch-hüsch

VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 07.05.2007

Moers (RPO). Endlich hat Moers eine Adresse, die nach ihrem berühmtesten Sohn benannt ist: Mitten in der Altstadt wurde gestern der Hans-Dieter-Hüsch-Platz offiziell übergeben. „Und er guckt bestimmt zu“, waren sich die Gäste sicher.

Nach langer Krankheit: Hanns Dieter Hüsch ist tot.  Foto: ddp, ddp
Nach langer Krankheit: Hanns Dieter Hüsch ist tot. Foto: ddp, ddp

Kumma, wer da all steht. Die kenn’ ich ja fast all – hätte er sicher gesagt, wenn er die Gesellschaft gestern Nachmittag in der Altstadt gesehen hätte. Aber vielleicht hat Hanns Dieter Hüsch ja wirklich zugeguckt, als „sein“ Platz in seiner Heimatstadt offiziell übergeben wurde. „Die Sichtverhältnisse am Himmel über Moers sind zumindest gut“, scherzte Henning von Borstell, der als Vertrauter Hüschs die Laudatio hielt.

Hanns Dieter Hüsch wäre gestern 82 Jahre alt geworden. Der Lyriker und Kabarettist ist in Moers geboren und aufgewachsen, bis es ihn in die Ferne zog, unter anderem nach Mainz und Köln. Seit gestern gibt es in der Grafenstadt, in der „das schwarze Schaf vom Niederrhein“ auch begraben liegt, eine nach ihm benannte Adresse: Die Ecke Pfeffer-/Friedrichstraße trägt jetzt den klangvollen Namen Hanns-Dieter-Hüsch-Platz. Nicht nur das Straßenschild soll an den großen Sohn der Stadt erinnern, sondern auch eine Stele. Bürgermeister Norbert Ballhaus und die Witwe des Geehrten, Chris Rasche-Hüsch, enthüllten vor der Buchhandlung Spaethe das Kunstwerk aus Granit.

Info

Ohne Moos nix los

An der Finanzierung der Hüsch-Stele haben zum großen Teil die Enni und die Sparkasse am Niederrhein mitgewirkt. „Ohne Moos nix los“, wusste auch Hüsch, meinte Bürgermeister Ballhaus. An der Gestaltung des gestrigen Festprogramms hatten unter anderem Hüschs Freunde und Weggefährten wie Pit Klein, Wendelin Haferkamp, Lothar Lechleiter und Günter Gall mitgewirkt.

Kumma wie der geht

Und tatsächlich, da steht es ja wieder: „Kumma wie der geht/Kumma wie der da sitzt/Wie der wieder angezogen ist/Der sieht ja verboten aus/Tach zusammen“ – dies ist nur eines von Hüschs Werken, die auf den vier Seiten der Hüsch-Stele zu lesen sind. Außerdem finden sich einige typische Karikaturen des großen Moerser – so, wie Jürgen „Moses“ Pankarz seinen Freund Hüsch immer gezeichnet hat und es jetzt auch noch tut. Pankarz hat am Gedenkstein genauso Anteil wie Steinmetz Manfred Messing und Lichtplaner Uwe Knappscheider , der die Illumination des schmucken, grauen Granitblocks konzipiert hat. Denn die Stele soll auch nachts „lesbar“ sein.

Was würde Hüsch zu seinem Ehrenmonument sagen? Diese Frage stellte auch Bürgermeister Ballhaus in die Runde und liefert gleich eine Antwort: Die Stele würde ihm gefallen. Sie soll kein „Denkmal“ sein, halt eine Gedenk-Stele. Und sie bildet Hüschs Lebenswerk ab (oder einen kleinen Teil davon).

Dass der Geehrte sich nicht immer nur positiv über seine Heimat(-stadt) geäußert hat, auch daran erinnerte Hüschs Vertrauter Henning von Borstell. „Er hatte die Art, auch so ein paar Pfeile zu verschießen“, erinnerte er. Doch habe Hüsch eigentlich immer sich selbst gemeint.

Viele der rund 200 Gäste, die bei strahlendem Sonnenschein die Feierstunde mitmachten, kannten Hüsch persönlich und sind ein Stück (niederrheinischen) Weg mit ihm gegangen. Der Weseler Künstler Klaus Gessner etwa freute sich über das tolle Wetter in Moers – und erinnerte sich an den Aufbau der Hüsch-Weide in Emmerich „Da hat’s gegossen.“

Aber so ist er, der Niederrhein.

Quelle: RP

 
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