Moers: Politikern vergeht das Lachen
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 15.03.2012Moers (RP). Die Sanierung des Alten Landratsamts ist vom Tisch. Für die Geschichtsstationen gibt es zwar eine neue Konzeption, die Kostenseite ist aber ungeklärt. Und die "unendliche Geschichte" der Schloss-Sanierung geht weiter.
Ulrich Köhler (CDU) ist das Lachen vergangen: Wieder muss die Eröffnung des Grafschafter Museums im Schloss verschoben werden, weil ein neues Problem aufgetaucht ist. "Das klingt vielleicht humoristisch. Ist es aber nicht", sagte der CDU-Politiker. Dieses Mal geht es um einen zusätzlichen Stromgenerator in der Größe einer Garage (RP berichtete). Dieser wird wahrscheinlich nötig, um die Hochdruckwassernebellöschanlage zu betreiben.
In der Diskussion steht, dass der reguläre Stromkreis den Generator in seltenen Fällen nicht in Gang setzen könne. Ulrich Köhler zeigte sich in der Sitzung des zuständigen Betriebsausschusses Bildung verärgert. Er wollte beantwortet wissen, wer dafür verantwortlich ist und ob jemand dafür regresspflichtig gemacht werden könne. Die Kosten könnten sich auf 100 000 Euro belaufen. Offenbar hatte sich das ZGM auf die Aussage von Ingenieuren verlassen, das eine zusätzliche Notstromversorgung nicht nötig sei. Auf einen neuen Eröffnungstermin fürs Museum wollte sich niemand festlegen lassen.
Altes Landratsamt
Das Konzept für das Alte Landratsamt sah vor, dort ein Hüsch-Museum einzurichten. Außerdem war angedacht, dort das Archiv von Bernhard Schmidt anzusiedeln. Das Projekt wäre vom Land bezuschusst worden. Die Stadt hätte aber einen Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro tragen müssen.
Kostentransparenz
Die Neukonzeption für die Moerser Geschichtsstationen, die ein Arbeitskreis aus Vertretern der Stadt und aus den Vereinen entwickelt hatte, kam im Kulturausschuss gut an. Wie Dr. Margret Wensky, Leiterin des Arbeitskreises, berichtete, sollen insgesamt 46 Objekte auf dem Stadtgebiet verteilt werden – 33 Geschichtsstationen und dazu 13 Denkmaltafeln, die an Hausfassaden angebracht werden können.
Entstanden sei ein modernes stadtgeschichtliches Informationssystem, betonte die Leiterin des Arbeitskreises bei der Vorstellung der Neukonzeption. Die Inhalte seien neu aufbereitet worden und böten neue Informationen. "Wir haben uns von abstrakten Themen wie zum Beispiel dem Code civil verabschiedet." Auch die grafische Gestaltung mit den Farben Rot und Gelb und dem Schloss als Logo ist bereits entwickelt. Ungeklärt ist allerdings die Kostenfrage. "Das Konzept ist schlüssig, die Kosten sind aber nicht transparent", sagte Hajo Schneider (SPD). "Wir wollen eine langfristige tragbare Lösung, allerdings im Kontext des Haushaltes", betonte auch Ingo Brohl (CDU). Ähnlich sah es Udo Pieper (FDP)
Kommentarlos nahm der Ausschuss gestern zur Kenntnis, dass aufgrund der Verfügung des Landrates die Umsetzung des Projektes Altes Landratsamt für die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Bildung nicht mehr möglich ist (RP berichtete). Das Gebäude soll in die Vermögensverwaltung der Stadt Moers zurückübertragen werden.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.