Moers: Radarblitz soll Kasse füllen
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Moers (RPO). Der städtische Radarwagen kann demnächst zeitgleich nach vorn und nach hinten, also in beide Richtungsfahrbahnen, fotografieren. Das soll 60 Knöllchen täglich mehr bringen – und viel Geld ins leere Säckel.
Wer bislang etwa auf der Uerdinger Straße Richtung Hufeisen-Kreuzung fuhr und am linken Wegesrand den Radarwagen der Stadt erkannte, brauchte sich kaum Sorgen zu machen.
Denn das Tempomessgerät hatte nur eine Richtungsfahrbahn – in diesem Fall die in die City hineinführende – im Blick. Das soll jetzt anders werden: Das städtische Tempomess-Auto ist demnächst vorne am Armaturenbrett mit einem Gerät ausgestattet, das auch nach vorne blitzt und entgegenkommende Temposünder fotografiert.
Neun Stunden an 220 Tagen
Ende 2008 hatte die Stadt zunächst ein eigenes Messauto und einen Radarcontainer namens Speedoguard angeschafft. Hinzu kam im vergangenen Jahr ein Gerät, das im Autoheck installiert wurde und von innen nach hinten fotografiert. Nicht nur technisch rüstet die Stadt auf, sie weitet auch die Einsatzzeiten des Radarwagens aus: von sechs auf neun Stunden täglich. Und das an 220 Tagen im Jahr. Das soll zusätzliches Geld in die leeren Kassen der Verwaltung bringen. "Wobei bei der städtischen Tempomessung nach wie vor der Sicherheitsaspekt im Vordergrund steht", so Janczyk.
Höhere Parkgebühren
Die Optimierung der Parkraumbewirtschaftung – die voraussichtlich im Mai beschlossen wird –, sieht vor, die Mieten für die Stellplätze im Parkhaus Kautzstraße und die Parkgebühren am Friedrich-Ebert-Platz zu erhöhen. Ab 2011 sollen dadurch zusätzliche 333 000 Euro erwirtschaftet werden, so sieht es der Kämmerer vor.
"Optimierung im Bereich kommunale Geschwindigkeitsüberwachung", heißt die vom Kämmerer vorgeschlagene Maßnahme offiziell im Haushalt 2010. Zusammen mit dem Bereich Parkraumbewirtschaftung sind 500 000 Euro Zusatzeinnahmen für 2011 eingeplant. Beschlossen werden sollen die Maßnahmen im Mai in der Ratssitzung.
"Für die Berechnungen werden Durchschnittswerte zugrunde gegelegt", erklärt Klaus Janczyk, Pressesprecher der Stadt. Derzeit verhängt die Stadt mit ihrem Messfahrzeug 68 Tempo-Knöllchen täglich bei sechs Stunden Einsatzzeit und einseitiger Messung. Ein Knöllchen bringt im Schnitt 15 Euro.
Durch die Zusatzmaßnahmen sollen 60 Knöllchen täglich hinzukommen. Das entspräche einem Plus von 198 000 Euro. Rechnet man zusätzliche Personalkosten und Abschreibung für das neue Gerät (Gesamtkosten 55 000 Euro) ab, bleiben 162 000 Euro zusätzliche Einnahmen. Angemerkt; www.rp-online.de/moers
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