Kamp-Lintfort: Raketenstart ist geglückt
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 17.12.2011Kamp-Lintfort (RP). "Houston, wir haben ein Problem": Erst im zweiten Anlauf gelang der Wasserstrahl-Raketenstart per iPhone an der Hochschule Rhein-Waal. Die Montessorischüler mussten erst mehr Druck auf die Flasche – pardon Rakete geben.
Zehn, neun, acht, sieben, sechs. . . Die Viertklässler der Montessorischule in Wesel zählen den Countdown von zehn auf null runter. Gebannt blicken alle auf die Rakete, die vor ihnen auf einer hölzernen Startrampe steht und exakt in diesem Augenblick abheben soll.
Doch es passiert nichts. Die Rakete bewegt sich keinen Deut. Der "weltweit" erste Raketenstart per iPhone auf dem Campus der Hochschule Rhein-Waal am Standort Kamp-Lintfort scheint zu scheitern. Dekanin Ingeborg Schramm-Wölk startet erneut den Countdown. Die Kinder zählen wieder mit. Wenige Sekunden später geht die Rakete ab und zischt hoch bis zur Decke. Im zweiten Anlauf gelingt das Experiment. Applaus für den ersten Wasserstrahl-Raketenstart per iPhone. Es gab nur einen Wermutstropfen: Wegen des Regens konnte der Start nicht im Freien stattfinden.
Studenten entwickeln App
Die Idee zu diesem spannenden Experiment hatten Professor Dr. Rolf Becker, der in Kamp-Lintfort im Studiengang Mobility und Logistics Physik lehrt, und Dirk Unsenos, Geschäftsführer der Weseler Isis IC GmbH und ZDI-Projektkoordinator an der Hochschule, in einem Gespräch über Experimentalphysik und die Integration neuer Techniken. "Es ist eine einmalige Kooperation", freute sich Dirk Unsenos.
Für die Schüler der Montessori-Schule, die er nach Kamp-Lintfort mitgebracht hatte, war es ein aufregendes Erlebnis. "Sie haben schon eine Wasserrückstahlrakete von Hand gestartet", berichtet der Weseler Unternehmer. Dass eine Rakete über in iPhone gestartet wird, gab es noch nicht.
Bei der Rakete handelte es sich um eine mit Wasser gefüllte Flasche. Professor Rolf Becker lieferte für das Experiment die Ansätze zur Konstruktion der modifizierten Startrampe, die per Funk gesteuert wird. Für die Ansteuerung der Startrampe hat Unsenos ein Gateway seiner Firma eingesetzt. Dort geschieht die Umsetzung vom iPhone zum Funknetz der Startrampe. "Das Gateway wird sonst für die Schaltung von Garagentoren und Rollläden genutzt. Das iPhone nimmt über das W-Lan Kontakt zu dem Gateway auf", berichtet der ZDI-Projektkoordinator.
Auch Studenten des Kamp-Lintforter Studiengangs "E-Government" waren an dem ehrgeizigen Experiment beteiligt. Sie entwickelten im Seminar unter der Leitung von Dirk Unsenos das App für das iPhone. Sie wurde auf den richtigen Countdown, die einfache Bedienung und die Übergabe des Startsignals getrimmt.
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