Moers: Rat lässt sich nicht erpressen
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 05.01.2012Moers (RP). Die FDP-Planungspolitiker Dino Maas und Rudolf Kretz-Manteuffel haben kein Verständnis für die durch Anwalt Volker Hogrebe erhobenen Forderungen der Kö-Eigentümer. Auch die Grafen-Galerie sollte realisiert werden.
Auch wenn Volker Hogrebe ein Parteifreund von Dino Maas und Rudolf Kretz-Manteuffel ist: Mit seinem Schreiben im Namen der Grundstückseigentümer im Bereich Königlicher Hof hat der Moerser Anwalt die Planungspolitiker der FDP auf dem falschen Fuß erwischt. Hogrebe hatte erklärt, man erwarte, dass der Rat Vorrang für die Entwicklung am Königlichen Hof signalisiere und der Stadt Moers zudem eine Frist gesetzt.
"Das kann man als Erpressung empfinden", sagt Maas. Den Kö-Vorrang, das ist für die FDP-Vertreter im Ausschuss für Planung, Umwelt und Stadtentwicklung klar, wird es nicht geben. Sie wollen auch der Grafen-Galerie im Bereich Horten eine Chance geben.
Verband verwendet falsche Zahlen
Dino Maas: "Es sieht so aus, als ob es aus der Grafen-Galerie wirklich etwas wird. Vielleicht ist deshalb der Widerstand derzeit so groß". Hart ins Gericht gehen die FDP-Politiker auch mit Verbänden wie dem Einzelhandelsverband. Es werde mit falschen Zahlen operiert. Man dürfe nicht vergessen, dass die Moerser Innenstadt in den letzten Jahren viele großflächige Einzelhandelsobjekte wie Horten, C&A, das Möbelhaus Knuffmann und große Teile der Flächen des Möbelhauses Kleier verloren hat. Insofern könne man kaum von neuen zusätzlichen Flächen sprechen.
Man solle froh sein, wenn endlich eine Entwicklung in diesem Bereich kommt. Kretz-Manteuffel: "Die Grafen-Galerie wird Erlebniseinkauf bieten. Das ist die einzige Chance, die der Handel dauerhaft im Kampf gegen die Internetanbieter hat". Es sei wichtig, auch die jungen Kunden in Moers zu halten, statt sie zum CentrO zu schicken.
Die Vermarktung der Fläche des Neuen Rathauses soll nach Ansicht der Freidemokraten in mehreren Schritten erfolgen. Als Erstes sollte das Grundstück Am Rosental veräußert werden, dann der große Baukörper entlang der Meerstraße. Man könne sich vorstellen, dass das Stahlgerüst des Gebäudes für eine Nachfolgenutzung erhalten bleibt. Als Letztes müsse man dann die Lösung für das weiße Haus und den Anbau (heute Kantine und Ratssaal) finden.
Dort wolle man weiterhin ein Hotel, auf jeden Fall eine öffentliche Nutzung. Dass kein Investor für einen Hotelbau gefunden werden konnte, liegt für Maas in der "Verhinderungsausschreibung" der Verwaltung. Der Zwischenbau soll abgerissen werden, um das Gelände zum Park hin zu öffnen.
Im Flächennutzungsplan hofft die FDP weiterhin auf eine Fläche für Logistik im Bereich Kohlenhuck. "Das ist unsere letzte Chance, 500 bis 1000 neue Arbeitsplätze in die Stadt zu holen", mahnt Kretz-Manteuffel. Die Grünen seien zwar anderer Auffassung, die SPD sehe das aber genauso. Nun gelte es, den Reginalverband Ruhr zu überzeugen. Es gebe keine andere geeignete Fläche.
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