Moers: Rathaus: „Noch nichts entschieden“
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 31.08.2006Moers (RPO). Karl-Heinz Reimann, Vorsitzender der SPD-Fraktion, zeigte sich gestern Abend auf der öffentlichen Versammlung des Ortsvereins Rheinkamp hoch zufrieden. Die anderen Fraktionen hätten sich schon entschieden, ihnen nach hätte bereits im Juni beschlossen werden können. Die SPD sei die einzige Partei in Moers, die den basisdemokratischen Weg durch die Ortsvereine und Bürgerversammlungen gehe. Er strebe das kostengünstigste Modell für einen Rathausneubau an. Aber: Die SPD-Fraktion habe sich noch nicht festgelegt. Die Fraktion gebe am 18. September eine Empfehlung ab, der Stadtverband berate am 20., der Rat müsse am 27. beschließen.
Bürgermeister Norbert Ballhaus ging ebenfalls auf die Stimmungslage an der Basis ein. Es werde im neuen Rathaus keine „goldenen Klinken“ geben, und vielleicht sei das neue auch das alte Rathaus. Denn das Begehren nach Denkmalschutz sei nicht vom Tisch zu wischen, dürfe aber auch nicht zu Mehrkosten führen.
Beigeordneter und Stadtkämmerer Wolfgang Thoenes hatte zuvor 40 Minuten lang einen excellenten Vortrag gehalten, der die Möglichkeiten und Zwänge der verschiedenen Lösungsansätze nochmals klar machte. Kein Verständnis zeigte er für Nichtstun oder Stückwerk. Anwalt Volker Hogrebe, der für den möglichen Investor Zumwinkel sprach, beeindruckte Basis wie Parteispitze. Er warnte gerade die Sozialdemokraten vor einer heißen Liebe mit öffentlich-privaten Partnerschaftsmodellen. Die Erfahrungen mit PPP in anderen Städten hätten gezeigt, dass sie die großen Baukonzerne förderten und den örtlichen Mittelstand außen vor ließen. Das Investor-Modell tue dies nicht.
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