Neukirchen-Vluyn: Rauch im falschen Kanal
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009Neukirchen-Vluyn (RPO). Anwohner der Weddigenstraße wurden über Fehleinleitungen im Bereich ihrer Häuser unterrichtet. Sie vermuten die Verantwortung bei der früheren Eigentümerin Rhein-Lippe und fordern Aufklärung und Hilfe von der Stadt.
Als bei der Überprüfung der Kanäle an der Weddigenstraße in der Alten Kolonie Rauch in den Schmutzwasserkanal eingeleitet wurde, kam der Dampf aus der Dachrinne wieder heraus. Die Stadt informierte Francesco Cauli (Weddigenstraße 12 B) und Werner Rößler (Weddingenstraße 12 C) darüber, dass man an ihren Häusern Fehleinleitungen festgestellt habe und sie nunmehr dafür Sorge tragen müssten, dies zu beseitigen.
Nach der neuen Verordnung dürfen Cauli und Rößler nur Regen- und Schmutzwasserkanal auf ihren eigenen Grundstücken reparieren beziehungsweise trennen. Für den Bereich ab Grundstücksgrenze müssen sie ein Fachunternehmen beauftragen.
Neue Rechtssprechung
Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung sind die Kommunen verpflichtet, die Erhebung der Gebühren für die Abwasserbeseitigung nach einer getrennten Berechnung von Schmutz- und Niederschlagswassereinleitung vorzunehmen. Bisher wurden die Entwässerungsgebühren nur nach dem Frischwasserverbrauch berechnet.
"Das kann schnell 7000 bis 8000 Euro kosten. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich das Haus nicht gekauft", sagt Rößler. Beim früheren Eigentümer, damals die Rhein-Lippe-Wohnungsbaugesellschaft, vermuten Rößler und Cauli auch zumindest einen Teil der Verantwortung. In einem Schreiben an die Verwaltung haben sie daher unter anderem danach gefragt, ob die Grundstückanschlüsse in den Regen- und Schmutzwasserkanal ordnungsgemäß erfolgt seien und was die Unterlagen über das Ergebnis der Bauabnahme durch die Verwaltung besagen würden. Auch wollten sie wissen, welche Auskunftspflicht von Seiten der Rhein-Lippe beim Verkauf der Häuser bestand und wer für eventuell notwendige bauliche Maßnahmen haftet.
Unterstützung haben die beiden Hauseigentümer jetzt von Klaus Wallenstein, Bürgermeisterkandidat von "NV-AUF geht's", bekommen. "Die Leute haben die Häuser vor ein paar Jahren gekauft und sind von der Rhein-Lippe nicht über die Verbindung zwischen Regen- und Schmutzwasserkanal informiert worden. Jetzt sollen sie für diese Unterlassung zahlen.
Gerade in der Alten Kolonie haben wir es jetzt zum wiederholten Male damit zu tun, dass Rhein-Lippe ohne jede Kontrolle durch die Verwaltung machen konnte, was sie wollte", so Wallenstein. Mit den Bürgern fordert er, dass die Stadt überprüft, wo genau die Schadstellen sind und in wessen Verantwortungsbereich sie fallen. Außerdem soll die Stadt die Bürger beraten, wie sie gegen Rhein-Lippe vorgehen können.
Markus Mönter, Leiter des Grünflächen- und Tiefbauamtes, betonte in einem Schreiben an Wallenstein, dass er über Schadensersatz- und Auskunftspflichten im Zusammenhang mit privaten Grundstücksverkäufen keine Auskunft zu privatrechtlichen Fragen geben dürfe. Das liege außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt.
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